Bagdad - Nach ihrer Ankündigung zu einem härteren Durchgreifen haben die US-Streitkräfte am Freitag in Bagdad zahlreiche Plünderer festgenommen. Am Morgen seien bereits 55 Iraker in Gewahrsam genommen worden, ständig würden weitere abgeführt, sagte ein US-Unteroffizier der Nachrichtenagentur AFP.

Die Gefassten, unter ihnen auch Kinder im Alter von zehn Jahren, würden zum Präsidentenpalast von Bagdad gebracht, wo sich das US-Hauptquartier befindet. Nach Angaben der US-Armee sollen sie dort zunächst drei Wochen festgehalten und dann wieder freigelassen werden.

Plakate gegen Plündern und Stehlen

Die US-Soldaten hängten zahlreiche Plakate in arabischer Sprache an die Hauswände in Bagdad, auf denen sie die Plünderer warnen. "Stoppt das Plündern und das Stehlen", heißt es auf den Plakaten. Die Plünderungen gefährdeten den Wiederaufbau in Irak und zerstörten die Zukunft der kommenden Generationen.

Angesichts der chaotischen Zustände und der prekären Sicherheitslage in Bagdad hatte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ein härteres Durchgreifen angekündigt. Der Minister drohte auch damit, dass diejenigen, die den Wiederaufbau behindern wollten, entweder gefangen genommen oder getötet würden. (APA)