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Direktor Sigirdir Hjartarson, der Mann mit den 200 Penissen. Hier mit dem Exponat eines Elefanten.

Foto: ICELAND-PENISMUSEUM/ REUTERS/Bob Strong

Húsavík - Die Freude im einzigen Penismuseum der Welt war groß, als vergangene Woche endlich das langersehnte erste Glied eines Homo sapiens eintraf. Es gehört dem im Jänner mit 95 Jahren verstorbenen Pall Arason. Der hatte in seinem Testament die Erhaltung für die Nachwelt angeordnet und auch den Arzt bestimmt, der das Organ vor seiner ordnungsgemäßen Beerdigung abtrennen sollte.

"Das ist der größte Fortschritt, den ich in meinem Leben und meiner Sammlerkarriere gemacht habe. Ein Höhepunkt. Endlich ist die Ausstellung wirklich völlig komplett", sagte der sichtlich gerührte Museumsdirektor Sigirdir Hjartarson der Tageszeitung Morgunbladid. 

Nur der Mensch fehlte noch

Pall Arasons Penis wird nun als fehlendes Glied in der Kette endlich auch die Lücke der sonderbaren Ausstellung schließen. Denn die Phallus-Schau in der nordisländischen Stadt Húsavík hatte sich zum Ziel gesetzt, die männlichen Geschlechtsorgane sämtlicher 46 auf der Nordatlantikinsel lebenden Säugetiere ausstellen zu können. Nur der Mensch hatte noch gefehlt.

Derzeit gibt es rund 200 Penisse zu sehen. Besonders stolz ist Hjartarson auf das 1,7 Meter lange und 70 Kilo schwere Modell eines Pottwals. Aber auch die Zwei-Millimeter-Stümmelchen von Hamstern und anderen Kleintieren sind vorhanden und können mit Lupen betrachtet werden.

Fast 400.000 Besucher haben das Penis-Museum, das 1997 in Reykjavík eröffnete und vor drei Jahren nach Húsavík übersiedelte, bereits besucht. Die heurige Saison beginnt am 20. Mai. (André Anwar, DER STANDARD-Printausgabe, 19.4.2011)