Manila - Philippinische Marineinfanterie-Soldaten haben am Samstag zwei weibliche Geiseln nach rund zehnmonatiger Geiselhaft aus der Hand der islamischer Abu-Sayyaf-Moslemextremisten befreit. Wie ein Militärsprecher mitteilte, gehörten die beiden philippinischen Frauen zu einer Gruppe von sechs Zeugen Jehovas - vier Frauen und zwei Männer -, die im August letzten Jahres auf der südphilippinischen Insel Jolo von der Gruppe entführt worden waren. Die beiden Männer waren später von den Extremisten enthauptet worden. Die zwei anderen Geiseln konnten im April fliehen.

Kampf um Eigenständigkeit

Die Extremistengruppe ist durch zahlreiche Entführungen von Ausländern, Morde und Überfälle bekannt geworden. Sie kämpft für eine Eigenständigkeit der von einer moslemischen Minderheit bewohnten Region Mindanao im Süden der überwiegend von Christen bewohnten Philippinen. Die philippinische Armee versucht seit Jahren, die Abu-Sayyaf-Guerilla zu zerschlagen.

Präsidentin Gloria Arroyo befahl der Armee unterdessen den Kampf gegen Moro-Islamische Befreiungsfront (MILF) mit Luft- und Artillerieangriffen zu verschärfen, die ebenfalls in den Südphilippinen einen Kleinkrieg für die Loslösung der moslemischen Region führt. (APA/dpa)