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Die Bundeswettbewerbsbehörde knöpft sich die österreichischen Brauereien vor.

Foto: AP/Larry Crowe

Wien - Die Bundeswettbewerbsbehörde findet die Preise für Fassbier zu hoch und hat deshalb Ermittlungen gegen die großen österreichischen Brauereien aufgenommen, schreiben die "Salzburger Nachrichten". Die Wettbewerbshüter würden kritisieren, dass ein Liter Fassbier um bis zu 50 Prozent mehr koste als ein Liter Flaschenbier der gleichen Marke. Das könnte als Indiz auf wettbewerbswidrige Vereinbarungen und Bildung eines Bierkartells gewertet werden, heißt es laut "SN".

Laut Zeitung können nicht Qualitätsunterschiede für den Preisunterschied geltend gemacht werden, weil in beiden Gebinden der gleiche Gerstensaft abgefüllt werde. Brauereien würden aber geltend machen, dass sie über den Preis für Fassbier Ausgaben verrechnen, die sie für die Ausstattung von Gaststätten tätigen. Denn die meisten Wirte würden bei der Einrichtung eines neuen Lokals unterstützt. "So zahlt jeder Käufer von Fassbier auch die Schanktechnik, die Einrichtung, den Kühlraum, die Gläser und die Bierdeckel der Wirte mit", zitieren die SN einen Braumeister. Außerdem sei es einfacher, im Supermarkt Flaschenbier zu verkaufen als Fässer in Gaststätten.

"Dem Vernehmen nach haben Großhändler die Ermittlungen der Bundeswettbewerbsbehörde ins Rollen gebracht" schreiben die SN. Cash-&-Carry-Unternehmen der großen Handelsketten würden kritisieren, dass sie nicht oder nicht ausreichend mit Fassbier beliefert würden. So würden Brauereien ihre eigenen Vertriebstöchter schützen und gleichzeitig den Fassbierpreis hoch halten. (APA)