Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: Reuters/ CIHAN NEWS AGENCY

Wien - Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) arbeitet derzeit an einer neuen Struktur ihres Förderquoten-Systems, um eine Wiederaufnahme des Irak in den Quotenmechanismus des Kartells zu ermöglichen.

"Oil for Food"-Programm

In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" erklärt OPEC-Generalsekretär Alvaro Silva Calderon, dass erste Ergebnisse der eigens dafür eingesetzten Arbeitsgruppe schon im August vorliegen sollen.

Notwendig wird diese Anpassung, weil der Irak zuletzt bloß relativ geringe Mengen Rohöl im Rahmen des "Oil for Food"-Programms der UN exportieren durfte. Doch jetzt, nach dem Ende des Irakkrieges, muss sich die OPEC wieder auf höhere Exporte des Iraks einstellen. Ohne Gegensteuerung droht ein Überangebot an Rohöl und somit ein Preisverfall. Zu Spekulationen, wonach die OPEC vor einer Zerreißprobe steht, weil der Irak - auf Druck der USA - die Spielregeln des Kartells nicht mehr akzeptieren werde, meinte Silva Calderon: "Wir arbeiten nicht mit so einem Szenario. Es ist doch völlig aberwitzig, über das Ende der OPEC zu spekulieren. So etwas ist völlig unrealistisch."

Exportniveau

Die OPEC sei eine "solide" Organisation, die jedenfalls "schon weitaus schwierigere Zeiten durchgemacht" habe. Calderon erwartet, dass der Irak in etwa drei Jahren das Exportniveau von vor dem Handelsembargo 1990 erreichen wird.

Preisband

Die OPEC rechne "nicht mit einem dramatischen Rückgang der Ölpreise." Er habe den Eindruck, dass sich die Preise nach den jungsten Einbrüchen bereits einigermaßen stabilisiert hätten, so Silva Calderon. Der Ölpreis befinde sich "immer noch innerhalb des von uns gewünschten Preisbandes von 22 Dollar (19,1 Euro) bis 28 Dollar". Notfalls könne die OPEC bei ihrer nächsten außerordentlichen Sitzung am 11. Juni in Qatar die Fördermenge "nachjustieren".

Am 11. Juni sollen sieben ölproduzierende Länder, die nicht der OPEC angehören, erstmals an einer außerordentlichen Sitzung teilnehmen, berichtete der Generalsekretär. Ob der Irak, der beim letzten Treffen am 24. April nicht vertreten war, dieses Mal eine Delegation entsendet, sei noch ungewiss. Silva Calderon: "Ich glaube aber eher nicht." (APA)