Brüssel/Wien - Die "Europäischen Juden für einen gerechten Frieden" (European Jews for a Just Peace/EJJP) - eine Vereinigung von 18 jüdischen Organisationen aus neun europäischen Ländern - haben an die EU-Kommission und an den EU-Ministerrat appelliert, die Resolution des Europäischen Parlaments vom 10. April 2002 durchzusetzen und das Assoziationsabkommen EU-Israel zu suspendieren, bis Israel sich an dessen Bestimmungen hält.

Israel verstoße gegen das Assoziierungsabkommen, indem es Waren, die in den besetzten Gebieten produziert werden, widerrechtlich falsch kennzeichne, um sie für die bevorzugte Behandlung im Handel EU-Israel zu qualifizieren, heißt es in einer EJJP-Aussendung vom Wochenende. Außerdem verletze Israel systematisch die Menschenrechte in den Besatzungsgebieten und verstoße gegen die Bestimmungen der Vierten Genfer Konvention über den Schutz der Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten.

Durch das Assoziierungsabkommen von 1995 war eine Freihandelszone zwischen Israel und der EU geschaffen worden. Von dem Abkommen profitiert vor allem Israel, dessen wichtigster Handelspartner die EU ist. (APA/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19. Mai 2003)