Frankfurt - Die Frankfurter Aktienbörse hat am Mittwoch tiefer geschlossen. Der DAX verlor 126,77 Punkte oder 1,69 Prozent auf 7.373,93 Einheiten. Der TecDAX sank um 4,64 Punkte oder 0,50 Prozent auf 917,90 Punkte. Der M-DAX büßte 171,43 Punkte oder 1,59 Prozent auf 10.580,62 Zähler ein. Der HDAX schloss mit 3.747,40 Einheiten und einem Minus von 63,35 Zählern oder 1,66 Prozent. Der C-DAX verlor 10,79 Punkte oder 1,64 Prozent auf 648,92 Zähler.

Bereits am späten Vormittag hatten laut Marktstratege Christoph Schmidt vom Vermögensverwalter N.M.F. AG die ersten Marktteilnehmer angefangen, Kasse zu machen. Nach der unerwarteten Stimmungseintrübung der US-Dienstleister im April habe sich die Lage dann zugespitzt und die Gewinnmitnahmen hätten ein immer größeres Ausmaß angenommen. "Das kam wie eine große Welle und hat auch Gold, Silber und Öl erfasst", sagte er.

BMW bremsen ab

Während sich die Aktien des Konsumgüterherstellers Henkel nach überraschend starken Quartalszahlen mit plus 0,94 Prozent auf 46,795 Euro an der DAX-Spitze halten konnten, büßten die Papiere des Autobauers BMW trotz starker Zahlen 1,61 Prozent auf 62,350 Euro ein. "Die gesamte Autobranche ist im Tagesverlauf unter Druck gekommen", sagte Marktstratege Schmidt und verwies als Grund auf die kräftigen Kursanstiege in der jüngsten Zeit.

Analyst Frank Schwope von der NordLB war ebenfalls nicht erstaunt: Die Ergebnisse im ersten Quartal hätten die Schätzungen übertroffen und den BMW-Kurs nahezu auf Rekordhöhen geschoben. In Erwartung von Gewinnmitnahmen hatte er daher die Aktie nach dem Geschäftsbericht auf "Verkaufen" abgestuft.

Für die Titel des Industriegase-Spezialisten und Anlagenbauers Linde ging es nach der Vorlage starker Quartalszahlen um 3,76 Prozent auf 117,65 Euro nach unten. Auch hier waren wegen des bereits kräftigen Kursanstiegs Gewinnmitnahmen erwartet worden.

Die Eckzahlen der Allianz für das erste Quartal stießen auf geteiltes Echo am Markt, was dem Anteilsschein von Europas größtem Versicherer ein Minus von 1,55 Prozent auf 104,70 Euro eintrug. Dass der operative Gewinn mit knapp 1,7 Mrd. Euro fast stabil geblieben war, wurde positiv aufgenommen.

Der unterm Strich übrig gebliebene Gewinn von gut 900 Mio. Euro dagegen enttäuschte einige Investoren. Um 2,84 Prozent auf 94,62 Euro gaben die Siemens-Papiere nach. Der Elektrokonzern hatte zwar die Gewinnprognose angehoben, einige Anleger hätten aber mehr erwartet, hieß es von Händlern. (APA)