Wien - Die Bewegung der Permakultur hat in unseren Breiten bisher ein Dasein unter der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle gefristet. Dabei geht es um ein altes Problem: Wie kann der Mensch im Einklang mit der Natur leben?

Eine Frage, die jeden angeht, egal ob man in der Stadt oder am Land wohnt, ob man jung oder alt ist, arm oder reich - davon ist Judith Anger, Obfrau von "Perma Vitae - Verein zur Förderung nachhaltiger Lebensweise", überzeugt. Dessen Gründungsmitglieder haben sich vor einem Jahr bei einer Ausbildung am Krameterhof kennengelernt: Dort zeigt "Agrar-Rebell" und Permakultur-Vorreiter Sepp Holzer schon seit vielen Jahren, dass naturnahe Landwirtschaft funktioniert. Und dort entstand die Idee, den Permakultur-Gedanken ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

"Perma Vitae" hat sich einiges auf die Fahnen geheftet. Man will aktuellen Tendenzen wie Leistungsdruck, Schnelllebigkeit und der schleichenden Verringerung sozialer Kontakte entgegensteuern und den Menschen das Leben mit der Natur wieder näherbringen. Das soll fern jeglicher grauen Theorie funktionieren: Jeder soll praktisch lernen können, mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Etwa, wie man seine eigenen Kräuter am Balkon anpflanzt, wie man daraus eine Tinktur gegen Halsschmerzen herstellt oder wie man einen Teich ohne Plastikplanen anlegt.

Kurse für jedermann 

Die Ausbildungsakademie umfasst alle Lebensbereiche: vom Pflanzenanbau über Forstwirtschaft bis zum Hausbau - immer unter dem Aspekt, die Natur zu nutzen, statt sie auszunutzen.

Besonderes Augenmerk will "Perma Vitae" auf die Bewusstseinsbildung bei Kindern und Jugendlichen sowie sozial Bedürftigen legen: Denn gerade jene seien heute besonders weit von einer natürlichen Lebensweise entfernt.

Stattfinden werden die Kurse auf einem 50 Hektar großen Gelände im steirischen Niklasdorf: Dort soll diesen Sommer ein Permakultur-Schauhof samt Pferdezucht und Teichkultur entstehen. (kali, DER STANDARD Printausgabe, 5.5.2011)