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Polizisten während des Einsatzes beim Besuch Obamas am Ground Zero.

Foto: Mary Altaffer/AP/dapd

Washington - Das Islamisten-Netzwerk Al-Kaida erwog US-Angaben zufolge einen Anschlag auf den Eisenbahnverkehr der USA zum 10. Jahrestag der Attentate des 11. September 2001. US-Regierungsvertreter sprachen am Freitag von Hinweisen, dass der getötete Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden oder Kampfgefährten von ihm für den 11. September dieses Jahres womöglich eine Attacke auf einen Zug geplant hätten. Sie beriefen sich auf Geheimdienstinformationen, die aus bin Ladens Versteck in Pakistan stammten, wo dieser von US-Spezialkräften getötet worden war. Nach Auskunft des Heimatschutzministeriums liegen aber keine Informationen über eine unmittelbare Bedrohung vor. Der Zeitung "New York Times" zufolge ergab die Auswertung von Computerdateien und Dokumenten, die bei bin Ladens Tötung sichergestellt wurden, dass er aus der pakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad über Jahre Anschläge von Al-Kaida direkt mitorganisiert habe.

Terrorkomplotte

Nach Angaben des Senders befinden sich unter dem sichergestellten Material Grafiken und Webseiten, die darauf hinweisen, dass verschiedene Terrorkomplotte in Betracht gezogen wurden. Nach ersten Auswertungen habe aber keines davon die Planungsphase erreicht, es habe sich vielmehr um Überlegungen gehandelt, wurde das Stadium beschrieben. ABC News berief sich dabei auf US-Regierungsbeamten.

US-Präsident Obama will sich am Freitag bei einigen jener Soldaten bedanken, die an dem Einsatz gegen Bin Laden teilgenommen haben. Der Präsident werde dazu Fort Campbell im Bundesstaat Kentucky besuchen, wo er mit kürzlich aus Afghanistan zurückgekehrten Soldaten sprechen werde, verlautete am Donnerstag aus Regierungskreisen.

Bereits am Vortag habe Obama Vizeadmiral William McRaven empfangen, der nach Informationen der "Washington Post" Leiter des Kommandounternehmens zur Ergreifung Bin Ladens gewesen war. Der Präsident habe McRaven persönlich seien Dank ausgesprochen, hieß es.

CIA spionierte Bin Laden seit Monaten aus

Der US-Geheimdienst CIA hat den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden nach einem Zeitungsbericht über Monate in seinem Rückzugsort Abbottabad in Pakistan ausspioniert. Wie die "Washington Post" am Donnerstag (Ortszeit) online unter Berufung auf US-Beamte schrieb, observierte ein kleines CIA-Team von einem konspirativen Haus aus den Komplex, in dem US-Spezialeinheiten in der Nacht zum Montag den Terroristenführer töteten.

Die Agenten hätten sich auf pakistanische Informanten und andere Quellen gestützt. Ziel sei es gewesen, sich ein Bild über die Bewohner des Hauses und deren Tagesabläufe zu machen, sagten die US-Beamten nach Angaben der "Washington Post". Die Sammlung von Daten hätte alle möglichen geheimdienstlichen Aktivitäten von der Satellitenüberwachung bis zum Abhören eingeschlossen.

Die Informanten wollten anonym bleiben, da sie nicht autorisiert waren, darüber zu sprechen. Die CIA wollte keinen Kommentar abgeben, schrieb das Blatt. (APA)