Bild nicht mehr verfügbar.

Info: http://www.bookcrossing.com

Foto: APA

Berlin - Ein lauer Frühlingstag in einem Park. Auf einer Bank liegt ein Buch, als habe es jemand dort vergessen. Doch was wie Zufall aussieht, ist pure Absicht. Der Roman soll einen neuen Besitzer finden. Ein Fußgänger entdeckt das Werk, liest den Klappentext - und steckt es ein. So könnte eine typische Bookcrossing-Situation aussehen. Dabei entlassen Buchfreunde ihre Schätze "in die Wildnis" - wie es im Jargon heißt - und sammeln selbst Bücher ein, die andere irgendwo platziert haben. In einem Cafe, im Zoo, am Strand - oder eben auf einer Parkbank.

Aussetzer und Finder können sich auf http://www.bookcrossing.com registrieren und den Reiseweg ihres Fundes nachverfolgen. Das funktioniert, weil in jedes Buch eine Identifikationsnummer geklebt oder geschrieben wird - im deutschsprachigen Raum oft zusammen mit der Erklärung: "Nimm mich mit, lies mich und lass mich wieder frei." Das Bookcrossing-Team sitzt im US-Staat Idaho. Vor zehn Jahren stellte es die Seite online.

Es gebe derzeit rund 930.000 Bookcrosser und 8 Millionen Bücher, die durch 132 Länder reisen, heißt es auf der Bookcrossing-Website. An der Spitze der Bücherwürmer stehen die USA (rund 318.000), gefolgt von Großbritannien (81.000) und Deutschland (50.000 Nutzer). Auch in Österreich ist die Community aktiv. Ein soziales Netzwerk bekommen Buchfreunde also gleich mitgeliefert. Auf der kostenlosen Website geben viele auch Bewertungen der gelesenen Werke ab. Die Initiatoren bezeichnen Bookcrossing als "Bibliothek für die ganze Welt". Beim Bookcrossing können Nutzer auch Wunschtitel angeben. Wer ein Buch aus seinem Besitz auf der Liste eines anderen Nutzers findet, kann es ihm einfach per Post zuschicken. (APA)