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Oberösterreich befindet sich in einer Trockenperiode wie schon seit 1975 nicht mehr.

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Wien - Salzburg und besonders Oberösterreich leiden derzeit unter Trockenheit. Laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien wurden in weiten Gebieten dieser Regionen schon monatelang keine durchschnittlichen Regenmengen mehr gemessen. Die österreichischen Forstbetriebe warnten deshalb am Montag vor Waldbränden, die Gefahr sei jedenfalls "beträchtlich" erhöht.

Das Jahr 2011 verlief den Aufzeichnungen der ZAMG zufolge bisher ausgesprochen trocken. An keiner einzigen Messstation wurde der vieljährige Mittelwert für die Zeitspanne Jänner bis April erreicht, geschweige denn überschritten. Mancherorts dauert die aktuelle Trockenperiode bereits seit September 2010 an. "Um eine ähnlich niederschlagsarme Phase zu finden, muss man bis in das Jahr 1975 zurückgehen", hieß es in einer Aussendung.

Vor allem Oberösterreich wartet auf flächendeckende und ergiebige Niederschläge. Seit September vergangenen Jahres erfüllte kein Monat sein Niederschlags-Soll. Seither sind dort lediglich 60 Prozent der sonst üblichen Mengen gefallen. In Zahlen ausgedrückt: Es fehlen im Schnitt rund 250 Liter pro Quadratmeter, das entspricht etwa einem Viertel der durchschnittlichen Jahressumme. Auch im benachbarten Salzburg wurde ein ähnlich großes Niederschlagsdefizit registriert.

Nur Burgenland mit ausgeglichener Niedschlagsbilanz

Laut ZAMG sind die Abweichungen von den Mittelwerten in Vorarlberg, Tirol, Niederösterreich, Wien und der Steiermark nicht ganz so hoch, aber ebenso ins Minus gerutscht (minus 24 Prozent in Tirol, minus 13 Prozent in Wien). Auf eine annähernd ausgeglichene Niederschlagsbilanz in den vergangenen acht Monaten könne nur das Burgenland zurückblicken. Einzig Kärnten weist in dieser Periode ein Niederschlagsplus auf.

"Wir ersuchen daher alle Waldbesucher um ganz besondere Achtsamkeit. Wer einen Waldbrand entdeckt, sollte umgehend den Notruf 112 wählen, die Feuerwehr verständigen und in sicherer Entfernung vom Brand auf das Eintreffen der Einsatzkräfte warten, um diese bei Bedarf einweisen zu können", betonte Felix Montecuccoli, Präsident der Land- und Forst Betriebe Österreich.

Daher sollten bei Ausflügen keine Zigaretten geraucht oder die Stummeln zumindest wieder mitgenommen werden. Von Lagerfeuern wird im Moment ebenso abgeraten wie von der Verwendung von Kerzen oder Fackeln. Selbst weggeworfene Dosen oder Flaschen können durch die Spiegelung oder Bündelung des Sonnenlichtes Brände auslösen. Besondere Brandgefahr bergen die Auspuffrohre von Autos, wenn diese am Rand von Waldwegen im Gras abgestellt werden. Trockenes Gras könne sich durch einen heißen Auspuff rasch entzünden, so Montecuccoli. (APA)