Hamburg - Nach einer Wiederbelebung können Ärzte mehr Betroffene am Leben halten, wenn sie deren Körper kühlen und eine Herzkathetertherapie durchführen. Noch besser wäre die Überlebenschance, würden Laien häufiger vor Ort mit der Reanimation beginnen. Doch die sogenannte Laienreanimationsquote ist hierzulande niedrig. Auch die Kühltherapie wird nicht flächendeckend umgesetzt. Zu diesen Ergebnissen kommt das Deutsche Reanimationsregister der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Wie Ärzte und Bürger im Notfall richtig handeln, diskutieren Experten auf einer Vorab-Pressekonferenz am 12. Mai 2011 im Radisson Blu anlässlich des Deutschen Anästhesiecongress DAC 2011 in Hamburg.

Überlebenschancen steigern

Die Hälfte aller Notarzteinsätze in Deutschland führen Anästhesisten durch. Deshalb rief die DGAI im Jahr 2007 das Reanimationsregister ins Leben. Seither nutzen Notfallmediziner aus ganz Deutschland diesen Weg, die Ergebnisse ihrer Arbeit zentral zu erfassen und sich mit anderen Notärzten und Rettungsdiensten zu vergleichen. Mehr als 15 000 Datensätze wurden bereits gesammelt. Für den Leiter des Reanimationsregisters Jan-Thorsten Gräsner liefert es wichtige Aufschlüsse über die Versorgungsqualität. Neue Auswertungen zeigen jetzt die Vorteile der Kühl- und Herzkathetertherapie. Denn wenn Ärzte den Körper von Wiederbelebten auf 33 bis 34 Grad Celsius abkühlen, steigen die Überlebenschancen nach einer Wiederbelebung.

Welche genauen Ergebnisse die neue Studie des Reanimationsregisters bringt, berichtet Gräsner auf der Vorab-Pressekonferenz am 12. Mai 2011 zum DAC 2011. Experten der DGAI und des BDA werden hier auch thematisieren, wie viele Laien in Deutschland - verglichen mit anderen europäischen Ländern - vor Ort eine Reanimation beginnen und wie die Bevölkerung in Sachen Wiederbelebung besser ausgebildet werden könnte. Der Kongress findet in diesem Jahr in Hamburg statt. Er wird von der DGAI gemeinsam mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) veranstaltet. (red)