Wien - Menschen mit Migrationshintergrund beugen gesundheitlich weniger vor als der Rest der Bevölkerung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Gründe dafür sind etwa zu wenig Wissen über das Angebot von Präventionsmaßnahmen aber auch religiöse Barrieren. Trotzdem seien Migranten keineswegs per se öfter krank, betonte Studienautorin Julia Mayer in einer Aussendung des ÖIF.

Menschen mit Migrationshintergrund sind laut ÖIF-Dossier weniger präventiv orientiert, gesundheitsspezifische Fachbegriffe würden häufig fehlen. Neben dem höheren Risiko zu erkranken werde darüber hinaus auch der Zugang zu entsprechenden Therapieangeboten erschwert, zitiert der ÖIF auch Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Migrationsbedingte Belastungen wie etwa die Trennung von Familienangehörigen, soziale Isolation und Gewalterfahrungen würden sich zudem negativ auf den Gesundheitszustand auswirken.

Geringere Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen

Frauen ausländischer Herkunft gehen laut ÖIF etwa seltener zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen als Österreicherinnen. Als Beispiele werden etwa die Mammografie sowie auch augenärztliche und zahnärztliche Prophylaxen genannt, da bei letzteren unter anderem oft hohe Selbstbehalte anfallen. Eine Hürde bei der gesundheitlichen Vorsorge seien auch kulturelle Unterschiede zwischen Herkunfts- und Aufnahmeland. Auch religiöse Vorschriften und Riten können "Barrieren" zur Teilnahme an Gesundheitsmaßnahmen darstellen.

Fördernd für das Präventionsbewusstsein sind laut ÖIF Bildung und Spracherwerb. "Denn nur wer sich rechtzeitig über die bestehenden Angebote informiert, kann sie auch nutzen", so Geschäftsführer Alexander Janda. Hilfreich bei der Vermittlung von Präventionsbotschaften seien Schlüsselpersonen, die hohes Ansehen innerhalb der Migrantengruppen genießen. (APA)