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Siegesfeiern in Kolkata.

Foto: Foto:Rajesh Kumar Singh/AP/dapd

Kolkata - Nach mehr als drei Jahrzehnten hat die linke Congress Partei Trinamool im ostindischen Unionsstaat West-Bengalen die Marxisten von der Macht verdrängt. Den am Freitag veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen zufolge erlitt die Kommunistische marxistische Partei Indiens (CPI-M) eine historische Niederlage.

Demnach erhielt sie bei den am 18. April begonnenen Urnengang im Regionalparlament von Kolkata nur noch 67 Mandate, dagegen eroberte die Congress Partei Trinamool ("Graswurzel-Kongress") unter Führung von Mamata Banerjee mit ihren Verbündeten mehr als zwei Drittel der 294 Sitze.

"Dies ist der Sieg des Volkes über Jahre der Unterdrückung", sagte die in einen einfach Baumwollsari gekleidete Banerjee vor den vor ihrem bescheidenen Haus in Kolkata versammelten Menschenmenge. "Dies ist ein Moment zum Feiern für das Volk Bengalens."

Die 56-Jährige, die in der Bundesregierung in Neu Delhi den Posten der Eisenbahnministerin innehat, hatte seit Jahren daran gearbeitet, die Marxisten in West-Bengalen von der Macht zu verdrängen. Sie regieren seit 1977 den 90-Millionen-Bundesstaat an der Grenze zu Bangladesch.

Im indischen Fernsehsender CNN-IBN sagte sie, ihre Prioritäten seien "gute Regierungsführung, Demokratie und Entwicklung". Zugleich versprach Banerjee, deren Vater ein Dorflehrer war, die Macht werde sie nicht verändern. Die unverheiratete Politikerin, die als bodenständig und kämpferisch gilt, profitierte von der verbreiteten Unzufriedenheit der Bevölkerung, die den Marxisten vorwirft, den Unionsstaat heruntergewirtschaftet zu haben. Es wird erwartet, dass Banerjee nach ihrem Wahlsieg auch auf der nationalen Bühne eine größere Rolle spielen wird. (APA/AFP)