Arusha - Das UNO-Kriegsverbrechertribunal für Ruanda hat den ehemaligen Generalstabschef des Landes, Augustin Bizimungu, zu 30 Jahren Haft verurteilt. Das in Arusha in Tansania ansässige Gericht befand Bizimungu am Dienstag des Völkermordes für schuldig. Er war zu Beginn des Völkermords in Ruanda im April 1994 an die Spitze der Armee befördert worden. Bei Massakern in dem ostafrikanischen Land waren der UNO zufolge zwischen April und Juli 1994 bis zu 800.000 Menschen umgebracht worden. Der Völkermord wurde vor allem von radikalen Milizen der Volksgruppe der Hutu organisiert. Bei den Opfern handelte es sich überwiegend um Mitglieder der Tutsi, aber auch um gemäßigte Hutu.

Gleichzeitig wurde am Dienstag der Generalstabschef der Gendarmerie, der General Augustin Ndindiliyimana, zu einer Strafe verurteilt, die seiner bisherigen Haftzeit von rund elf Jahren entsprach. Er konnte das Gericht deshalb als freier Mann verlassen. Anders als Bizimungu habe Ndindiliyimana nur eine „begrenzte Kontrolle" über die Taten seiner Untergebenen gehabt, befand das Gericht.
Zwei weitere Armeevertreter wurden wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt. Es handelt sich um den Kommandanten eines Aufklärungsbataillons, Francois-Xavier Nzuwonemeye, und den ihm unterstellten Hauptmann Innocent Sagahutu, der eine Elite-Einheit befehligt hatte. (APA/AFP)