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Bei den Flächen, bei denen es durch Unwetter zu massiven Schlägerungen gekommen sei, wird nun der Jungwald bedroht.

Foto: AP/Hans Punz

Wien (APA) - Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) konnten 2010 das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 4 auf 15,9 Mio. Euro anheben, die Betriebsleistung blieb mit 220 Mio. Euro konstant. Bei besseren Preisen ging die Holzernte zurück, gleichzeitig boomte das Immobiliengeschäft. Ein Nullsummenspiel ist weiterhin die Jagd, hier hat es beim Schaden durch Wildverbiss keine Verbesserung gegeben. Für 2011 erwartet Bundesforste-Chef Georg Erlacher ein nochmals gesteigertes EGT auf 17 Mio. Euro.

Zu der von Wirtschaftskammer-Boss Christoph Leitl und dem Chef der Industriellenvereinigung (IV), Veit Sorger, angedachten Privatisierung der Bundesforste gab sich das Management skeptisch. Finanzchef Georg Schöppl meinte, dies sei die Entscheidung des Eigentümers, es müsse aber bedacht werden, dass die Bundesforste auch verfassungsrechtlich geschützt sind und seit Bestehen fleißig Geld an die Republik abliefern. Im Vorjahr wurden 22 Mio. Euro ausbezahlt. Jeder zehnte Quadratmeter in Österreich gehört den Bundesforsten und somit dem Staat. Schlagzeilen wie "Bundesforste verkaufen den Dachstein" würden sich da nicht gut machen, gab Schöppl zu bedenken.

Immobiliengeschäft im Plus

Außerdem habe sich das Immobiliengeschäft der heimischen Oberförster kräftig gesteigert. Hier wurde ein Plus von zehn Prozent auf 36,9 Mio. Euro eingefahren. Aus den Beteiligungen unter anderem beim Kartonhersteller Mayr-Melnhof wurden im Vorjahr 850.000 Euro lukriert. Das klassische Holzgeschäft hingegen war auf die Erntemenge berechnet rückläufig, wurde aber von gestiegenen Preisen aufgefangen, die um 6,30 Euro auf 63,02 Euro pro Festmeter anzogen. "Damit sind die Erlöse von 2007 noch nicht erreicht, allerdings wird für das laufende Jahr noch eine Steigerung der Preise erwartet", rechnete Erlacher am Mittwoch vor Journalisten vor. Dank gesunkener Energiepreise konnten die Holzernte-Kosten von 29,20 auf 27,06 Euro je Festmeter reduziert werden.

Minimal gestiegen ist die Betriebsleistung im Bereich Jagd und Fischerei, sie erreichte 19,8 Millionen Euro im Jahr 2010. Die Situation beim Wildverbiss sei weiterhin nicht zufriedenstellend, hier müssten die Wildbestände von der Jägerschaft aktiver reduziert werden. Insbesondere bei den Flächen, bei denen es durch Unwetter zu massiven Schlägerungen gekommen sei, werde nun der Jungwald bedroht. Erlacher widersprach Vermutungen, dass die Jagd ein gutes Geschäft für die Bundesforste sei. Unterm Strich würden sich Einnahmen und Ausgaben bzw. Schäden ausgleichen.

Steigende Kosten beim Transport

Kritik äußerte Erlacher einmal mehr an den gestiegenen Kosten beim Holztransport mit den ÖBB. Es sei sehr schade, dass hier eine jahrzehntelange gute Zusammenarbeit aufs Spiel gesetzt werde. Die Bahn sei zwar das ideale Transportmittel, aber nun müsse man sich eben um Alternativen umschauen.

Ein klares Bekenntnis gab es zum Waldbiomasse-Werk in Wien-Simmering, das gemeinsam mit der Wien Energie betrieben wird und dem Millionenverluste beim Auslaufen der Ökostromförderung drohen. Gerade die Diskussion um den Atomstrom zeige, dass die Entscheidung vor fünf Jahren richtig war, in dieses Technologie zu investieren. Man sei aber dabei, "Optimierungsmaßnahmen" zu treffen. Im Vorjahr habe Simmering ein EGT von 160.000 Euro erwirtschaftet, heuer sollen es deutlich mehr sein. (APA)