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Insgesamt kann feibra österreichweit derzeit über eine Million Abgabestellen bedienen.

Foto: APA/Siewert Falko

Wien - Die Post ist ihrem Ziel, mit einer Diskontschiene etwaiger Konkurrenz im ehemaligen Monopolbereich Brief zu begegnen, ein Stück näher gekommen. Das Tochterunternehmen feibra, das mit weit geringeren Personalkosten als die altehrwürdige Post AG belastet ist, hat von der Regulierungsbehörde RTR die Konzession für die Zustellung adressierter Briefsendungen mit einem Gewicht bis 50 g erhalten. Diese Cash Cow der börsenotierten teilstaatlichen Post war bis zum Jahresbeginn 2011 durch das Postmonopol vor Wettbewerb geschützt.

Allerdings wird feibra wie angekündigt primär nur Geschäftskunden bedienen, und obendrein nur die, die es nicht so eilig haben. "Der Schwerpunkt liegt auf laufzeitunkritischen Sendungen mit einer Zustelldauer von fünf bis zehn Werktagen. Im Fokus stehen preissensible Großversender aus allen Branchen", so Marketing-Chef Franz Hausleitner am Mittwoch in einer Aussendung. Start des Angebots soll der heurige Sommer sein.

"Die Konzession wurde für Gebiete beantragt, in denen feibra bereits über ein unadressiertes Zustellnetz verfügt. Das ist in allen Bundesländern mit Ausnahme von Vorarlberg vornehmlich in Ballungsräumen der Fall. Insgesamt kann feibra österreichweit derzeit über eine Million Abgabestellen bedienen", betonte Hausleitner.

Die feibra GmbH ist seit 2005 zu 100 Prozent im Eigentum der Österreichischen Post und ist einer der größten Werbemittelverteiler Österreichs mit 26 Standorten.

Im Gegensatz zur Post AG mit einem Überhang an beamteten Mitarbeitern setzt feibra größtenteils auf freie Dienstnehmer. Die streitbare Postgewerkschaft hat kein Problem damit - solange die klassische Postzustellung durch "echte" Postler davon nicht betroffen ist. "Durch die Vollliberalisierung muss sich die Post breiter aufstellen. Mit feibra haben wir dafür eine Billigschiene", erklärte Postgewerkschaftschef Helmut Köstinger bei Bekanntgabe der Postpläne zu Jahresbeginn 2011. (APA)