Belgrad - EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso erklärte am Donnerstagabend in Belgrad, dass die Anerkennung des Kosovo nicht eine Bedingung für die Eingliederung Serbiens in die EU sei. "Ich bestätige, dass weder der Prozess der Verhandlungen zwischen Belgrad und Prishtina noch die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo von Belgrad als Bedingung gestellt werden", sagte Barroso nach einem Treffen mit Präsident Boris Tadic laut serbischen Medienberichten.

Barroso unterstrich jedoch, dass die Kosovo-Frage bei der Ausarbeitung des Fortschrittsberichts der EU-Kommission im Herbst berücksichtigt wird. "Im Kosovo gibt es Probleme und es gilt, sie zu lösen", unterstrich der Präsident der EU-Kommission.

Gutnachbarliche Beziehungen seien sehr wichtig, wenn es um die Voraussetzungen für die EU-Integration gehe. Die Europäische Union beharre auf gutnachbarlichen Beziehungen zwischen Belgrad und Prishtina und begrüße alle Schritte in diese Richtung, sagte Barroso zuvor bei der Eröffnung eines EU-Büros im Stadtzentrum Belgrads in der Beantwortung von Bürgerfragen.

Serbien hat die vor gut drei Jahren ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkannt und weigert sich nach wie vor, dies zu tun. Belgrad betracht den Kosovo weiterhin als Bestandteil Serbiens. (APA)