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Panasonic hofft, dass Japans Bürger wegen drohender Energie- engpässe verstärkt zur stromsparenden LED- Lampe greifen.

Foto: Reuters, Hanai

Schon vor der Krise hatte Panasonic darauf gesetzt, das Geschäft mit Akkus, LED-Lampen und Solar- und Brennstoffzellen neben Konsumelektronik und Haushaltsgeräten zu einem neuen Pfeiler des Elektronikkonzerns zu machen. Doch das Erdbeben und seine Folgen könnten die Nachfrage nach solchen energiesparenden und energieerzeugenden Produkten besonders in Japan noch rasant verstärken, meinte CEO Fumio Ohtsubo diese Woche in einem Interview in Tokio.

Vertrauen in Energiesparen

Er setzt dabei auf die japanische Seele. In Japan würde es lange dauern, bis ein Konsens erzielt sei. Aber dann würden die Menschen rasch handeln: "Wenn die Menschen nun glauben, dass Energiesparen gut ist, werden sie sich schnell in diese Richtung bewegen", sagte Ohtsubo.

Großes Geschäft mit LED

Besonders das Geschäft mit extrem stromsparenden LED-Lampen könnte "wirklich groß" werden, glaubt der Konzernchef. Denn als Fall-out der Atomkatastrophe muss das Land im Sommer auf zwei Drittel seiner AKWs verzichten. Die Regierung fordert daher angesichts der landesweit drohenden Stromengpässe Unternehmen wie Bürger zum radikalen Stromsparen auf. LEDs verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie von Glühbirnen aus. Bereits jetzt sind fast ein Drittel aller verkauften Lampen LEDs. Und Panasonic ist einer der Marktführer.

Weniger Wettbewerb

Panasonic will sich damit von einem Konsumelektronikhersteller zu einem hochprofitablen Anbieter von Energietechniken wandeln. Darin und im Geschäft mit Unternehmenskunden rechnet Panasonic mit weniger Wettbewerb und damit höheren Gewinnen und Wachstumschancen.

TV-Sparte mit Verlusten

Mit Fernsehern und anderen Geräten lässt sich hingegen kaum noch Geld verdienen. Nicht nur Panasonics TV-Sparte macht Verluste, auch die von Südkoreas vermeintlichem Überflieger Samsung.

Investition in LCD-Werke

Im ersten Schritt will Ohtsubo aus dem teuren Investitionswettlauf um immer größere Plasma- und LCD-Werke für Flachfernseher aussteigen. Dieses Jahr werde der Konzern noch in LCD-Werke investieren und einen Teil seiner Plasma-Produktion nach China verlegen. Der Konzern wolle das Produktionsvolumen noch auf zehn Millionen Plasma- und 20 Millionen LCD-Bildschirme erhöhen. Danach hege Panasonic nicht die Absicht, Geld in neue Werke zu investieren, sagte Ohtsubo. Stattdessen will der Konzern, falls nötig, Bildschirme von anderen asiatischen Herstellern zukaufen. Bis 2012 soll die Sparte so in die Gewinnzone zurückkehren. (Martin Kölling, DERSTANDARD, Printausgabe, 21./22. Mai 2011)