Linz - 44 Prozent der Österreicher trauen keiner Partei zu, die für sie wichtigen Probleme zu lösen. Für ein Viertel kann das die SPÖ. Der ÖVP trauen das 13, der FPÖ elf, den Grünen fünf und dem BZÖ sowie anderen Parteien je ein Prozent zu. Das ergab eine Sonntag veröffentlichte Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS. Von Neo-ÖVP-Parteichef Michael Spindelegger haben 35 Prozent einen guten Eindruck.

39 Prozent gaben an, von keiner Partei erklären zu können, welche Ziele sie verfolgt. Nur etwa 27 Prozent können das Programm der SPÖ erläutern. Wofür die ÖVP eintritt, wissen 19 Prozent. Die Ziele der FPÖ kennen 21 Prozent, jene der Grünen 15, fünf Prozent die des BZÖ.

Wenn die Parteien in ihren Zielsetzungen nicht klar genug unterschieden werden können, falle die Persönlichkeitswirkung der Spitzenkandidaten als Entscheidungskriterium umso mehr ins Gewicht, so das Institut. Aus aktuellem Anlass wurde die Wirkung des neuen ÖVP-Parteichefs Michael Spindelegger abgefragt. Der Großteil - 43 Prozent der Studien-Teilnehmer - gab kein Urteil ab, 35 Prozent hatten gefühlsmäßig einen positiven Eindruck, sechs Prozent von ihnen sogar einen "sehr guten". 15 Prozent gefällt Spindelegger wenig, sieben Prozent gar nicht.

Am höchsten war die Zustimmung erwartungsgemäß bei den ÖVP-Anhängern mit 70 Prozent, die Ablehnung mit 14 Prozent am niedrigsten. Aber auch beim Koalitionspartner stehen 40 Prozent dem Neuen wohlwollend gegenüber, während ihm 26 Prozent nicht viel abgewinnen können. Ein klares Votum gegen Spindelegger gab es aus den Reihen der FPÖ/FPK- und BZÖ-Wähler: 39 Prozent lehnen ihn ab, 24 haben einen guten Eindruck. 31 Prozent der Grünen sehen Spindelegger positiv, 26 Prozent eher negativ.

Dass es mit der Partei unter dem Niederösterreicher bergauf geht, glauben 18 Prozent der Umfrage-Teilnehmer, 46 Prozent der ÖVP-Wähler und immerhin 18 Prozent der SPÖ-Anhänger. Grüne (13 Prozent) und FPÖ/FPK/BZÖ (sechs Prozent) sind eher skeptisch. 13 Prozent der Befragten sahen das Pendel in die andere Richtung ausschlagen. An den Bergabkurs glaubten auch 23 Prozent des dritten Lagers, 13 Prozent der Grün-Sympathisanten, zwölf Prozent der SPÖ- und neun Prozent der ÖVP-Wähler. "Wird sich nichts ändern", sagten 41 Prozent zum Kurs der ÖVP, 28 Prozent gaben kein Urteil ab.

IMAS stellte einen statistisch nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitswirkung Spindeleggers und der Zuversicht in die Aufwärtsentwicklung her, was für die Wahrscheinlichkeit eines politischen Erholungsprozesses der ÖVP spreche, so das Institut. 79 Prozent jener, die einen sehr guten Eindruck vom neuen Volksparteichef haben, sehen einen Aufwärtstrend der Partei. Das tun auch 38 Prozent der Gruppe, die ein gutes Bild hat. Für die Studie wurden 1.030 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, von 20. April bis 17. Mai persönlich interviewt. (APA)