Bild nicht mehr verfügbar.

Ein Helfer in Joplin bringt ein Mädchen in Sicherheit, das mit ihrer Mutter in einem Haus eingeschlossen war, nachdem ein Tornado über die Stadt hinweggefegt war.

Foto: AP/Mike Gullett

Bild nicht mehr verfügbar.

Grafik: APA

Bild nicht mehr verfügbar.

Ein zerstörter Helikopter liegt vor dem Krankenhaus in Joplin, das von dem Wirbelsturm stark beschädigt wurde.

Foto: AP/Mark Schiefelbein

Die Zahl der Toten nach dem gewaltigen Tornado im US-Staat Missouri ist auf mindestens 116 gestiegen. Mehr als 1.150 Menschen seien bei dem verheerenden Unwetter in der Stadt Joplin verletzt worden, teilten die Behörden am Montag mit. Unter den Trümmerbergen in der 50.000-Einwohner-Ortschaft würden noch zahlreiche weitere Opfer vermutet, berichtete die Lokalzeitung "The Joplin Globe" auf ihrer Internetseite. Die Bergungsarbeiten wurden jedoch durch heftige Winde, Regen und Hagel erschwert.

US-Präsident Barack Obama will am Sonntag nach der Rückkehr von seiner Europareise die betroffene Region im Bundesstaat Missouri besuchen, sagte er am Dienstag bei seinem Besuch in London. Es sei ihm ein Anliegen, den Menschen dort zu sagen, dass das ganze Land hinter ihnen stehe: "Wir werden alles tun, was wir können, um ihnen zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen."

Der Tornado hatte am Sonntagnachmittag (Ortszeit) mit bis zu 320 Kilometer pro Stunde eine Schneise der Verwüstung durch die Stadt im Südwesten des Bundesstaates geschlagen. Sie war zehn Kilometer lang und knapp einen Kilometer breit. Rund ein Drittel der Stadt wurde nach Schätzung der Feuerwehr dem Erdboden gleich gemacht. 2.000 Gebäude wurden schwer beschädigt oder ganz zerstört. Tausende Helfer aus der ganzen Region waren am Montag im Einsatz.

"Unglaubliche Zerstörung"

"Es ist eine unglaubliche Zerstörung", sagte der Gouverneur des Staates, Jay Nixon, am Montag. Er hatte wegen der Katastrophe bereits am Sonntag den Notstand ausgerufen und die Hilfe der Nationalgarde angefordert. Er habe große Hoffnung, dass weitere Überlebende gefunden werden könnten. Am Montag seien sieben Menschen aus den Trümmern geborgen worden.

Den Helfern boten sich nach Medienberichten schreckliche Bilder. Sie fanden Leichen in eingestürzten Häusern, durch die Luft gewirbelten Autos oder unter entwurzelten Bäumen. Der Football-Platz einer Universität sei zu einem provisorischen Leichenschauhaus umgewandelt worden. Nach Aufzeichnung der US-Wetterbehörde NOAA ist es fast 60 Jahre her, dass ein Tornado eine ähnlich hohe Zahl an Menschenleben forderte.

Der Tornado war laut US-Meteorologen Teil eines ganzen Sturmsystems. Insgesamt seien am Wochenende im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten 68 Tornados gezählt worden. Für die kommenden Tage würden dort weitere schwere Unwetter erwartet.

Bereits vor drei Wochen war eine verheerende Sturmserie über den Süden des Landes hinwegzogen und hatte Hunderte Menschen getötet. (APA)