Frankfurt - Die Frankfurter Aktienbörse ist am Mittwoch überwiegend mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der DAX gewann 20,28 Punkte (plus 0,28 Prozent) auf 7.170,94 Einheiten. Der TecDAX notierte kaum verändert bei 898,35 Punkten. Der M-DAX ermäßigte sich hingegen um 10,31 Punkte oder 0,10 Prozent auf 10.632,58 Zähler. Der HDAX schloss mit 3.656,89 Einheiten und einem Plus von 7,85 Zählern oder 0,22 Prozent. Der C-DAX legte 1,28 Punkte oder 0,20 Prozent auf 633,25 Zähler zu.

Händler verwiesen auf abnehmende Sorgen um die Eurozone, was auf dem ermäßigten Kursniveau nach der jüngsten Korrektur wieder Käufer anlocke. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hält im Jahr 2012 eine Rückkehr Griechenlands zu nachhaltigem Wachstum für möglich. Börsianern zufolge wirkt das neue Sparprogramm des Landes auch positiv nach. Zudem beurteilt die OECD die Wachstumsaussichten im Euroraum und den USA günstiger als noch vor sechs Monaten. Sorgen um die Schuldenkrise und die Konjunktur hatten zuletzt die negative Stimmung an den Börsen geprägt. Kapitalmarktstratege Oliver Roth von Close Brothers Seydler sagte zur verbesserten Stimmung: "Die Profis kaufen schon wieder, denn es gibt weiterhin keine vernünftige Anlagealternative zur Aktie."

Tagessieger im Dax waren die Aktien der Commerzbank mit einem satten Aufschlag von 6,08 Prozent auf 3,209 Euro. Händler verwiesen auf positive Analystenkommentare, die eine Kursreaktion auf die jüngste Talfahrt wegen der umfangreichen Kapitalerhöhung der Bank ermöglichten. Beispielsweise hatte Macquarie die Aktien gleich um zwei Stufen hochgestuft. Nach dem Abschluss der Kapitalmaßnahme sollten sich Anleger auf die attraktiveren Fundamentaldaten konzentrieren. Zudem sind einem Händler zufolge wohl Anleger, die auf weiter fallende Kurse gesetzt haben, auf dem falschen Fuß erwischt worden. Positiv wirkte auch eine Studie der Ratingagentur Fitch, sagte ein Händler. Demzufolge dürften die deutschen Banken nicht über ihre Engagements in den Randländern der Eurozone Griechenland, Portugal und Irland stolpern. Das Risiko sei für die Branche limitiert und beherrschbar. Deutsche-Bank-Titel gewannen 1,63 Prozent auf 41,120 Euro.

Fester tendierten auch Versorgerwerte dank der Diskussion um die Atomsteuer. Eon-Papiere verteuerten sich als zweitbester Dax-Wert um 2,26 Prozent auf 20,120 Euro, RWE gewannen 1,90 Prozent auf 41,485 Euro. Im Zuge des Atomausstiegs erwägt die Regierung ein Aus für die Brennelementesteuer, wie die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Koalitionskreisen erfuhr. Laut "Financial Times Deutschland" könnte die Regierung die Atomkonzerne so besänftigen, damit sie Geld für Investitionen in alternative Energiequellen freimachen. Auch Lufthansa-Papiere erholten sich trotz der Flugausfälle wegen der Vulkanaschewolke um 1,11 Prozent auf 14,970 Euro. Mittlerweile entspanne sich die Lage bereits wieder, sagten Börsianer. (APA)