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Mangelndes Bewusstsein der Bevölkerung für Zahlfleischprobleme führt dazu, dass Behandlungen erst spät beginnen.

Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Wien - Während die Kariesrate vor allem bei Kindern seit Jahren kontinuierlich sinkt, ist seit einiger Zeit ein Anstieg von Paradontalerkrankungen festzustellen. Paradontitis - die Entzündung des Zahnhalte-Apparats - ist die Hauptursache für Zahnverlust im Erwachsenenalter. Darauf wies die Österreichische Gesellschaft für Paradontologie (ÖGP) bei einer Pressekonferenz in Wien anlässlich ihrer von 2. bis 4. Juni in Kitzbühel stattfindenden Jahrestagung hin.

Zahnfleischprobleme werden bagatellisiert

Das Bewusstsein der Bevölkerung für Zahlfleischprobleme ist nach Angaben der Zahnärzte zu wenig ausgebildet. Als Folge würden Anzeichen von Erkrankungen bagatellisiert werden, die Behandlung setzt meist zu spät ein. "Ab dem 30. Lebensjahr ist der parandontale Zustand durch den Lebensstil in Mitleidenschaft gezogen. Falsche Ernährung und Rauchen zählen dabei zu den wichtigsten Faktoren, die das Zahnfleisch schädigen können", hieß es bei der Pressekonferenz. Paradontitis werde weitgehend von den gleichen Faktoren begünstigt wie Herz-Kreislauferkrankungen. "Der Paradontitis-Risikopatient ist in vielen Fällen gleichzeitig auch der mit dem erhöhten Herzinfarktrisiko", erklärte Axel Mory von der ÖGP.

Unregelmäßige Zahnarztbesuche

Mory beklagte die mangelnde Disziplin der Österreicher, wenn es um Zahnarztbesuche geht: Nur 41 Prozent der über 14-Jährigen haben bei einer aktuellen Umfrage des market-Instituts im Auftrag des Wrigley Oral Healthcare Programs an, regelmäßig zweimal pro Jahr zur Kontrolle zu gehen. 49 Prozent tun dies nach eigenen Angaben nicht immer, zehn Prozent gehen überhaupt erst bei Schmerzen zum Zahnarzt. Hauptgrund für die mangelnde Frequenz: 53 Prozent vergessen darauf, 28 Prozent haben Angst. (APA)