Deauville - Internationale Wirtschaftsforscher haben die führenden Industriestaaten zur Aufbauhilfe für Tunesien aufgerufen. Über die nächsten fünf bis zehn Jahre sollten bis zu 21 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden, heißt es in einem am Donnerstag zu Beginn des G8-Gipfels in Deauville veröffentlichten Aufruf. Ohne rasche Unterstützung für das Land drohe der Demokratisierungsprozess in der ganzen nordafrikanischen Region zu scheitern.

"Investitionen in die Zukunft Tunesiens werden sich unmittelbar auszahlen - durch mehr Sicherheit und weniger Fundamentalismus in der Region und in Form neuer Wirtschaftsmärkte", erklärte der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit, Klaus Zimmermann. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehört auch der amerikanische Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz.

Nach Vorstellung der Ökonomen sollte die tunesische Wirtschaft mit einem milliardenschweren Sofortprogramm angekurbelt werden. Dazu gehöre auch, den Tourismus wieder in Schwung zu bringen. Lebensmittel- und Energiepreise könnten einige Zeit subventioniert werden. Weitere Impulse könne eine Anbindung Tunesiens als "assoziierter Partner" der Europäischen Union bringen. (APA)