Juba - Der Präsident des Südsudan, Salva Kiir, hat einen Krieg gegen den Norden über die umstrittene Region Abyei ausgeschlossen. "Dies wird nicht geschehen", sagte Kiir, dessen Landesteil sich am 9. Juli für unabhängig erklären wird. Zugleich forderte er den Norden auf, seine Soldaten aus dem Gebiet zurückzuziehen. Der Informationsminister des Südens warf dem Norden vor, Tausende Angehörige eines verbündeten Nomadenstammes nach Abyei zu schicken. Diese besuchen traditionell während eines Teils des Jahres die Gegend.

Am Samstag waren nordsudanesische Soldaten in die Region Abyei eingerückt, Zehntausende Menschen flohen. Die Region, die Ölvorkommen und fruchtbares Weideland bietet, ist der wichtigste offene Streitpunkt vor der Aufteilung des Landes. Die Bevölkerung des Südens hatte sich im Jänner in einem Referendum mit großer Mehrheit für die Loslösung vom Norden entschieden. Die Volksabstimmung war Teil eines Friedensabkommens von 2005, das einen mehr als 20 Jahre dauernden Bürgerkrieg beendete. Während der Norden überwiegend muslimisch geprägt ist, sind die meisten Süd-Sudanesen Christen oder Anhänger lokaler Glaubensrichtungen. (APA/Reuters)