Wien - Die Restrukturierung in Österreich sei noch nicht abgeschlossen und müsse tiefgreifender als ursprünglich geplant vorgenommen werden, kündigt der Vorstand des schwer angeschlagenen börsenotierten Wiener IT-Dienstleister S&T im nunmehr vorliegenden Geschäftsbericht für das Jahr 2010 an. Nach dem bisher schwierigsten Geschäftsjahr - 2010 haben sich die Verluste von 12,3 auf 48,7 Mio. Euro ausgeweitet - hätten in den ersten Monaten 2011 wesentliche Schritte in der 2010 eingeleiteten Restrukturierung im operativen und finanziellen Bereich erzielt werden können.

Per Jahresende ist das S&T-Konzerneigenkapital auf minus 13,5 Mio. Euro (+33,4 Mio. Euro im Jahr davor) gesunken. Die Umsätze gingen auf 351 (385) Mio. Euro zurück, das operative Ergebnis brach auf -40,3 (-4,3) Mio. Euro ein.

Kostensenkung im Vordergrund

S&T habe den Höhepunkt der Krise überwunden, das zeigten auch die aktuellen Umsatzentwicklungen, so der Vorstand im Vorwort. Durch die Insolvenzen der Tochtergesellschaften in Deutschland und der Schweiz seien maßgebliche Verlustquellen gestoppt worden. Dennoch bleibe die Sicherung der Liquidität und Kostensenkung im Fokus.

Ein positives Zeichen habe man auch von den Banken bekommen, unter anderem seien fällige Anleihen bis 1. April 2012 gestundet worden. Die Nachfrage in den beiden Geschäftsbereichen Business Solutions und Infrastructure Solutions steige. Das Portfolio sei an die geänderten Marktbedingungen angepasst worden.

Während aber in Westeuropa die Wachstumsraten wieder erfreulich seien, hinke Osteuropa noch nach. Für 2011 erwartet der Vorstand aber ein höheres Auftragspotenzial auch in CEE.

Noch in diesem Jahr soll zudem ein neuer Investor gefunden und die Eigenkapitalbasis gestärkt werden. Die geplante Transaktion will das Management "rasch" umsetzen. "Nach erfolgreicher Neustrukturierung der finanziellen Rahmenbedingungen gehen wir von einer Wiederaufnahme des Wachstums und einer Wiedererreichung der Profitabilität aus", so die Vorstände Michael Lanik, Martin Bergler, Peter Sturz und Peter Trawnicek. (APA)