Ein Hackerangriff auf den Immobilienunternehmer Ernst Karl Plech, eine zentrale Figur in des Causa Buwog, sorgt für Verstimmung unter den beiden Tageszeitungen "Krone" und "Österreich". Die "Kronen Zeitung" berichtet in ihrer Donnerstag-Ausgabe von einer "Datenklau-Affäre um Billigblatt". Demnach habe eine Sachverständiger den Angriff auf die Homepage von Plech einer Internetadresse von "Österreich" zugeordnet. Auch eine einstweilige Verfügung soll bereits gegen "Österreich" erwirkt worden sein.

Fellner: Privataktion eines freigestellten Mitarbeiters

"Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner wies die Vorwürfe vehement zurück. Richtig sei vielmehr, dass ein Redakteur, der bei der Zeitung gekündigt hatte, derzeit zwar noch auf der Gehaltsliste steht, aber bereits unmittelbar nach der Kündigung freigestellt worden war, diesen Zugriff ohne Wissen von "Österreich" durchgeführt habe. "Wir machen so etwas nicht, das kommt für uns nicht in Frage", betonte Fellner auf Anfrage der APA. Dies sei definitiv die Aktion einer Privatperson gewesen und habe mit "Österreich" nichts zu tun. Gegen Plech werde man wegen der Vorwürfe Rechtsmittel ergreifen. Laut einer Aussendung der Tageszeitung vom Abend will man auch gegen den Mitarbeiter, der für den Hackerangriff zuständig gewesen sein soll, ein Verfahren einleiten.

Gegen Plech, Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, den Ex-FPÖ-Spitzenpolitiker Walter Meischberger und den Lobbyisten Peter Hochegger wird im Zusammenhang mit der Buwog-Privatisierung in Grassers Amtszeit ermittelt. Der Vorwurf lautet auf Untreue und Amtsmissbrauch, da der knapp siegreiche Bieter Immofinanz eine geheime 9,6 Mio. Euro-Provision an Hochegger und Meischberger zahlte. Die Beschuldigten weisen alle Vorwürfe zurück. Zahlreiche Hausdurchsuchungen und Kontenöffnungen wurden bereits durchgeführt, für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. (APA)