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Die US-Kongressabgeordneten wollen von Obama eine Rechtfertigung hören.

Foto: REUTERS/Jim Young

Washington/Tripolis - US-Präsident Barack Obama soll sich nach dem Willen mehrerer einflussreicher Abgeordneter vor dem Kongress wegen des Einsatzes in Libyen rechtfertigen. Der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, John Boehner, legte am Donnerstag in Washington eine Resolution vor, in der von Obama innerhalb von zwei Wochen eine Erklärung zu Libyen gefordert wird. Vor allem soll der Präsident erklären, warum er nicht die Abgeordneten befragt habe, bevor er der Beteiligung der US-Streitkräfte an den internationalen Luftangriffen auf Libyen zustimmte.

Über die Resolution soll am Freitag im Repräsentantenhaus abgestimmt werden. Auch bei Obamas Demokraten regt sich zunehmend Widerstand gegen die Libyen-Strategie des Präsidenten. Viele befürchten eine langfristige Bindung der US-Streitkräfte in der Mission. Deshalb soll Obama der Resolutionsvorlage zufolge bei seiner Erklärung vor dem Kongress auch konkrete Aussagen "zur Länge und zum Ausmaß" des Einsatzes machen.

Weitere Angriffe auf Tripolis

In der libyschen Hauptstadt Tripolis, die seit Tagen von NATO-Flugzeugen angegriffen wird, hat es in der Nacht auf Freitag erneut mehrere Explosionen gegeben. Wie Augenzeugen berichteten, waren am späten Donnerstagabend kurz nach 23.30 Uhr zunächst vier Explosionen aus dem Zentrum der Stadt zu hören. Etwa eine Viertelstunde später habe es weitere Explosionen gegeben.

Die von der NATO angeführte internationale Allianz greift seit geraumer Zeit täglich Tripolis an. Zuletzt war auch mehrfach die Residenz von Machthaber Gaddafi in der libyschen Hauptstadt angegriffen worden. (APA)