Madrid - Spaniens Königliche Akademie für Geschichte hat mit einer verharmlosenden Darstellung des Franco-Regimes in einer Enzyklopädie eine Welle der Empörung ausgelöst. In dem Werk wird unter anderem die Behauptung aufgestellt, das Regime von Francisco Franco, das von 1939 bis 1975 in Spanien geherrscht hatte, sei nicht diktatorisch gewesen, sondern nur autoritär. Die Verfolgung und Ermordung von mehr als 100.000 politischen Gegnern bleiben in einer Biografie des Diktators unerwähnt.

Der Leiter der Akademie, Gonzalo Anes, stellte nach Medienberichten vom Freitag in Aussicht, dass in der Internet-Ausgabe der Enzyklopädie und in künftigen Druckauflagen einige Passagen möglicherweise umgeschrieben würden. Bei der Enzyklopädie handelt es sich um das Mammutwerk des "Spanischen Biografischen Lexikons", das einmal 50 Bände mit Porträts von über 40.000 Persönlichkeiten der spanischen Geschichte umfassen soll. Davon erschienen jetzt die ersten 25 Bände. (APA)