Kairo - Ägypten hat sich beim Internationalen Währungsfonds (IWF) einen drei Milliarden Dollar schweren Kredit gesichert. Der Fonds bescheinigte der Übergangsregierung am Sonntag Fortschritte bei der Stabilisierung der Wirtschaft. Das Land hatte sich international um Hilfen bemüht, um eine Finanzierungslücke von rund zehn bis zwölf Milliarden Dollar zu überbrücken.

Die Massenproteste, die im Februar zum Sturz des langjährigen Präsidenten Hosni Mubarak geführt hatten, haben zulasten der Wirtschaft Touristen und Investoren abgeschreckt. Ägypten bemüht sich zudem mit zusätzlichen Haushaltsmitteln, die konfliktträchtige Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern.

Rückzahlung in drei Jahren

Das Geld werde von Mitte Juli an bereitgestellt, teilte der Fonds weiter mit. Der ägyptische Finanzminister Samir Radwan erklärte, mit der Rückzahlung des Kredits solle in gut drei Jahren begonnen werden.

Die Vizedirektorin der IWF-Nahostabteilung, Ratna Sahay erklärte, der IWF sei sich des Drucks bewusst, der auf der ägyptischen Wirtschaft laste, insbesondere was den Tourismussektor und den Geldtransfer ins Inland betreffe.

Mubarak war am 11. Februar unter dem Druck der Straße und des Militärs zurückgetreten. Nach amtlichen Angaben wurden bei den Protesten fast 850 Menschen getötet. Die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen in Libyen führten zudem dazu, dass viele ägyptische Gastarbeiter das Nachbarland verlassen mussten. Dadurch brach für viele ägyptische Familien ein Großteil ihrer Einkünfte weg, was sich wiederum nachteilig auf den Konsum auswirkt. (APA/Reuters)