Brüssel - Die Zahl der Auslandsstudenten in der EU ist weiter gestiegen. Im Studienjahr 2009/2010 gab es einen neuen Rekord mit 213.266 Auslandsstudenten, das ist ein Zuwachs um 7,4 Prozent, teilte die EU-Kommission am Montag mit. Im Studienjahr 2008/2009 hatten 198.600 Studenten durch das EU-Programm "Erasmus" einen Studienabschnitt oder ein Praktikum im Ausland absolviert.

415 Millionen für Erasmus

"Erasmus" ist das weltweit erfolgreichste Studentenaustauschprogramm. 2009/2010 hat die EU 415 Millionen Euro in das Programm investiert. Falls die derzeitigen Trends anhalten, kann die EU ihr Ziel erreichen, seit dem Beginn des Programms im Jahr 1987 bis 2012/13 insgesamt drei Millionen europäische Studierende finanziell zu unterstützen. Die drei beliebtesten Zielländer für Studierende in 2009/10 waren Spanien, Frankreich und Großbritannien. Spanien schickte die meisten Studierenden ins Ausland, gefolgt von Frankreich und Deutschland.

Mehr Frauen machen Auslandssemester

61 Prozent der Erasmus-Studierenden waren zuletzt Frauen. Insgesamt gibt es derzeit 33 Erasmus-Teilnehmerstaaten. Neben den 27 EU-Ländern sind dies Kroatien, Island, Liechtenstein, Norwegen, die Türkei und ab diesem Jahr auch die Schweiz. In den meisten Teilnehmerstaaten übersteigt die Nachfrage die Verfügbarkeit von Erasmus-Stipendien. Eine Studie, die 2010 für das Europäische Parlament durchgeführt wurde, hat ergeben, dass lediglich 24 Prozent der nicht an Erasmus teilnehmenden Studierenden angegeben haben, nicht an einem Studienprogramm im Ausland interessiert zu sein.

Der wachsende Ansturm auf "Erasmus" hat auch zu einem Rückgang des durchschnittlichen Studienstipendiums von zuletzt 272 auf nunmehr 254 Euro geführt. EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou betonte, ein Studium oder ein Praktikum im Ausland würden Türen zur persönlichen Entfaltung und zu Beschäftigungsmöglichkeiten öffnen. "So handeln wir richtig, wenn wir unsere Jugend fördern".

Frankreich und Deutschland hinter Spanien

In absoluten Zahlen hat Spanien mit 31.158 die meisten Studenten im Ausland, gefolgt von Frankreich (30.213) und Deutschland (28.854). Spanien ist gleichzeitig das Land mit den meisten Studenten aus dem Ausland (35.389), wiederum gefolgt von Frankreich (26.141) und Großbritannien (22.650). Am ausgewogensten zwischen heimischen Studenten, die ins Ausland gehen, und Gaststudenten aus dem Ausland, war laut EU-Kommission Österreich, gefolgt von Griechenland und Slowenien. (APA)