Skopje - Die vorgezogenen Parlamentswahlen am Sonntag in Mazedonien haben den Grundstein für eine "stabile, demokratische Zukunft" gelegt. Wie Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Montag in Skopje berichteten, sei der Gang zu den Wahlurnen transparent und landesweit gut organisiert gewesen. Es gelte aber, einigen Aspekten wie beispielsweise der klaren Trennung von Staat und Parteien, weiter Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Wahlverlauf wurde von etwa 300 Beobachtern des Büros für Demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) der OSZE, der Parlamentarischen Versammlung der OSZE sowie der Parlamentarischen Versammlung des Europarates verfolgt.

Der Wahltag sei friedlich verlaufen, auch wenn es verantwortungslose Behauptungen über Unregelmäßigkeiten seitens der Parteien gegeben habe, stellten die Beobachter bei einer Pressekonferenz fest. Die Stimmabgabe und der Aufzählungsprozess wurden von der OSZE im Großen und Ganzen als positiv bewertet. Es habe auch keinen bedeutenden Unterschied zwischen den von slawisch-mazedonischer und albanischer Bevölkerung angesiedelten Gebieten gegeben.

Nach Meinung von Jean-Charles Gardetto, dem Leiter der Beobachterdelegation der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, müssten Medien objektiver sein und mehr Toleranz und Neutralität an den Tag legen. Medien sollten vermeiden, als Propagandawaffe den Interessen der Geschäftswelt, der Parteien oder der Regierung zu dienen, sagte Gardetto. Ein breites Medienspektrum habe für diverse und umfassende Berichterstattung über die Wahlkampagne gesorgt. Die meisten TV-Sender entbehrten allerdings jeder kritischen Analyse. Trotz gesetzlicher Verpflichtungen habe der staatliche TV-Sender die Regierungsparteien begünstigt, stellten Wahlbeobachter fest.

Die Wirklichkeit am Wahltag habe bewiesen, dass viele Vorwahlspekulationen falsch gewesen seien, sagte Roberto Batteli, Koordinator der OSZE-Mission von kurzfristigen Wahlbeobachtern, im Hinblick auf die verbreiteten Spekulationen über einen anstehenden großen Wahlbetrug. (APA)