Linz - Eine oberösterreichische Diskothek wollte morgen, Freitag, Besucher mit der Ankündigung "Drink to Win. Wer die meisten Cola-Rum trinkt gewinnt ein Mini-Quad" anlocken. Das Institut "Suchtprävention" mit Sitz in Linz reagierte entsetzt, es sieht einen "Aufruf zum Koma-Saufen". Die Diskothek hat die Werbung, nachdem sie durch einen Bericht in der Tageszeitung "Österreich" (Mittwochausgabe) für erhebliche Aufregung gesorgt hatte, geändert.

Das Institut stellte die ironische Frage, ob der Gewinner auch gleich mit dem Preis zu einer Spritztour aufgefordert werde. Fakt sei: Bei Aktionen wie diesen würden sich die Aktivitäten der Suchtprävention, die beim Thema Alkohol Genussfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein - insbesondere im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr - in den Mittelpunkt stellen, ad absurdum führen.

In der Vergangenheit hatten Diskotheken schon mehrmals mit eigenartigen Werbeaktionen für Aufregung gesorgt. Aufgefallen ist unter anderem eine "All-You-Can-Drink-Party" und die Werbeaktion eines Lokals in Oberösterreich, das allen Krankgeschriebenen unter dem Motto "Ihr seid doch alle krank" eine Flasche Wodka zusicherte. Für das Institut hat die jüngste Werbeaktion allerdings wegen der Verbindung mit einem Verkehrsmittel eine "neue Qualität". Die in Diskussion geratene Diskothek hat die Werbung auf ihrer Homepage inzwischen umformuliert. Sie lautet nur noch "Gewinne ein Mini Quad".

Pühringer-Appell und Grüne Forderung nach Konsequenzen

Die Werbeaktion der oberösterreichischen Diskothek hat am Donnerstag auch Politiker-Reaktionen ausgelöst. Landeshauptmann Josef Pühringer appellierte, von solchen Aktionen Abstand zu nehmen. Die Grüne Landtagsabgeordnete und Jugendsprecherin ihrer Partei, Maria Buchmayr, forderte Konsequenzen für Gastronomen, die wiederholt mit "grotesken Gewinnspielen" zu übermäßigem Alkoholkonsum verleiten.

Pühringer kritisierte den Wettbewerb als "Akt der Unkultur" und "verantwortungslos". Sämtliche Aufklärungskampagnen würden damit unterlaufen. Buchmayr erklärte, hier werde mit der Gesundheit und Sicherheit der Jugendlichen gespielt. Deswegen müsse auch strikt gegen Gastronomen vorgegangen werden, die solche "Schwachsinnsaktionen" durchführen - sie sollten mit dem Entzug der Lizenz rechnen müssen. (APA)