Tokio - Japans Wirtschaftsminister Banri Kaieda hat angesichts zahlreicher abgeschalteter Atomkraftwerke im Land vor einer Stromknappheit gewarnt. Es drohe ein Rückgang der Energieproduktion, sollten die Energiekonzerne ihre Meiler im von dem Tsunami am 11. März verschonten Westen des Landes nicht bald wieder hochfahren dürfen, sagte Kaieda Berichten der japanischen Nachrichtenagentur Jiji zufolge am Freitag vor Journalisten. Dies könne "ernsthafte Folgen für die japanische Wirtschaft" haben, die ihre Produktion von der Unglücksregion in andere Teile des Landes verlegt habe oder noch verlegen wolle.

Seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima als Folge eines starken Erdbebens mit anschließendem Tsunami sind nur rund 20 der mehr als 50 japanischen Atomreaktoren in Betrieb. In der Unglücksregion im Nordosten des Landes wurden rund 15 Reaktoren beschädigt oder vorsichtshalber heruntergefahren. Weitere Reaktoren in anderen Landesteilen sind wegen Instandhaltungsmaßnahmen nicht in Betrieb oder durften nach Wartungsarbeiten ebenfalls als Vorsichtsmaßnahme nicht wieder ans Netz gehen.

Erhöhte Strahlenbelastung

In der größten japanischen Anbauregion für grünen Tee südwestlich der Hauptstadt Tokio stellten die Behörden indes eine erhöhte Strahlenbelastung an Teeblättern fest. Ein Händler habe getrocknete Blätter zurückrufen müssen, nachdem ein Cäsium-Wert von 679 Becquerel pro Kilogramm gemessen worden sei, teilten Vertreter der Präfektur Shizuoka mit. Erlaubt ist eine Belastung von maximal 500 Becquerel pro Kilogramm. Die Strahlung sei wahrscheinlich auf den Unfall in Fukushima zurückzuführen, hieß es. (APA)