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Die Albertinapassage in der Wiener Innenstadt wurde am 30. Juli 1964 eröffnet. Im Lauf der Zeit stellte sich heraus, dass die Vertreibung der Fußgänger von der Oberfläche in Unterführungen, die als Angsträume empfunden werden, keine ideale Lösung für die Verkehrsprobleme darstellte. Nun soll die Albertinapassage zukünftig dem Essen und der Musik dienen.

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Für die Gestaltung der Speisekarte konnte man Starkoch Reinhard Gerer gewinnen.

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Wien - Der Umbau der einstigen Fußgängerunterführung Albertinapassage zu einem Dinnerclub schreitet voran: "Wir haben vor zwei Wochen mit den Abbrucharbeiten begonnen", berichtet Betreiber Matthias Kamp von Sunshine Enterprises.

Bis jetzt wurden unter anderem die Zwischenwände herausgerissen. Im Laufe des Monats soll mit den Einbauarbeiten begonnen werden. "Wenn alles wie ein Wunschkonzert verläuft", dann werde der Dinnerclub Anfang Oktober eröffnen, kündigte Kamp an.

1.500 Quadratmeter für 300 Besucher

In der revitalisierten Albertinapassage soll es eine Bar, eine Gourmetküche und eine Bühne für Live-Konzerte geben. Das Interieur ist als Überraschung geplant. Kamp verrät nur soviel: "In der Mitte des Lokals wird sich die Live-Bühne befinden." Fix ist jedenfalls, die 1.500 Quadratmeter große Location im Untergrund soll Platz für 300 Besucher bieten.

"Essen und Musik auf höchstem Niveau" kündigt der Unternehmer an. Für die Gestaltung der Speisekarte konnte man Starkoch Reinhard Gerer gewinnen. Den Kochlöffel schwingt Alexander Kumptner, ein Schüler Gerers. Es soll außerdem eine breite Auswahl an Cocktails geben. Insgesamt investiert der Betreiber rund vier Millionen Euro in das Projekt.

Für "gehobenes Publikum"

Kamp betreibt nahe dem Burggarten auch den Club Passage, der ebenfalls in einer aufgelassenen Fußgängerunterführung angesiedelt ist. Sein neues Projekt sei alles andere als eine Disco, betonte er. Mit dem Angebot wolle er "gehobenes Publikum" ansprechen.

Die Fußgängerunterführung Albertinapassage ist seit November 2009 wegen Schäden an der Deckenverkleidung gesperrt. Die Stadt Wien hatte bereits kurz zuvor via Ausschreibung bekanntgegeben, dass nach einem neuen Konzept für die 1964 eröffnete und im Lauf der Jahrzehnte zunehmend heruntergekommene Albertinapassage gesucht werde.

Vom künftigen Pächter wünschte sich die Stadt eine "qualitätvolle, touristisch und ästhetisch attraktive Nutzung". Die ÖVP plädierte für einen Life-Ball-Shop. Trotz grundsätzlich positiver Resonanz vom Vater des Charity-Events Gery Keszler nahm sich des Vorschlages niemand an. (red/APA)