Im Relegationsduell zwischen den Vizemeistern der Regionalliga Mitte und West setzte sich Blau-Weiß Linz nach einem verdienten 1:0-Auswärtssieg bei Watten im Elfmeterschießen durch.

3.000 Fans sahen bei strömenden Regen im Alpenstadion das Relegations-Rückspiel zwischen WSG Wattens und Blau-Weiß Linz um den Aufstieg in die Erste Liga. Die Linzer hatten ein 0:1 aus dem Heimspiel aufzuholen und begannen besser. Svetozar Nikolov setzt nach wenigen Minuten einen Freistoß neben das Tor. Michael Miksits prüfte innerhalb der ersten 20 Minuten Markus Egger. Kurz darauf signalisierte ein Patrick Steinkellner-Schuss die Ambitionen von Wattens. Aber wie auch wenige Minuten später rettete der Torhüter David Wimleitner. BW-Verteidiger Danilo Duvnjak wurde bei der letzten Chance kurz vor der Pause nach einer Ecke in letzter Sekunde abgeblockt.

Die Linzer kamen vor 1.000 mitgereisten Fans auch mit mehr Schwung aus der Kabine und gingen nach 61 Minuten verdient in Führung. Nikolov setzte sich mit einem kleinen Solo durch, und legte dann umsichtig auf Miksitz ab, der den Ball souverän ins Tor schob. Der Ausgleich hätte drei Minuten später folgen können, doch Hobel vergab per Kopf allein vor Wimleitner. Auch die Gäste vergaben in der Folge Chancen auf das zweite Tor. Doch unter anderem Hartl scheiterte nach einer Ecke per Fallrückzieher.

Abwechslung

Die Gäste dominierten das Spiel, als sich plötzlich Wattens vorne festsetzte. Armin Hobel wurde in der 71. Minute beim Schussversuch allerdings abgeblockt, eine Minute später klärte Duvnjak in höchster Not vor dem Wattener Stürmer. Beide Mannschaften wurden sichtbar nervöser. Rangeleien und Diskussionen schlichen sich ins Geschehen und forderten Schiedsrichter Thomas Gangls Umsicht. Eine solche Debatte (und eine Gelbe für Hobel) ging auch einem Freistoß an der Strafraumgrenze für Wattens (76.) voraus, bei dem Wimleitner den Schuss von Hobel enschärfte.

Die Linzer befreiten sich nach einigen Minuten ihrerseits mit einer Chance. Konstantin Wawra köpfelte aus vielversprechender Position daneben. Auch der eingewechselte Sulimani konnte frei vorm Torhüter seine Chance nicht nützen (84.). Eine Glanzparade von Egger nach einem Freistoß in der 90. Minute rettete Wattens schließlich in die Verlängerung.

Verlängerung

Hier änderte sich das Bild vorerst wenig. Die Linzer setzten sich in der Tiroler Hälfte fest, scheiterten aber mehrmals mit ihren Chancen. Pech hatte Wawra in der 96. Minute mit einem Freistoß, bei dem die Linzer ihre kuriose Mauer vor der gegnerischen Mauer-Strategie versuchten. Er setzte die Kugel an die Kreuzlatte. Sekunden später parierte Egger eine Riesenmöglichkeit von Sulimani. Wattens schienen die Kräfte auszugehen, die Gastgeber hatten im Spiel nun kaum etwas zu melden. Ein Entlastungsangriff in der 104. Minute endete mit einem verzweifelten Weitschuss, bei dem Wimleitner zwar kurz Unsicherheiten zeigte, schlussendlich aber den Ball festhielt. Trotz der einseitigen Partie kam es weiter bei 0:1 zum Seitenwechsel. 

In der zweiten Hälfte der Verlängerung war auch den Linzern die Müdigkeit stärker anzumerken. Sie kamen hauptsächlich noch über Eckbälle in den gegnerischen Strafraum. Nicht einmal das gelang den Wattenern, die offensichtlich auf das Elfmeterschießen hofften. In der 116. Minute kam Yunus Karayün am 16er frei zum Schuss, doch sein Ball landete nur an der Stange. Der Ball wollte einfach nicht noch einmal ins Tor der Gastgeber. In der letzten Minute der regulären Spielzeit hatte Hobel dann noch einmal die Chance per Eckball die mangelhafte Chancenverwertung der Linzer zu bestrafen, doch auch sein Kopfball verfehlte das Tor deutlich. Es ging ins Elfmeterschießen.

Hobel mit einem fatalen Genieversuch

Die Gäste schossen vorne weg. Wawra brachte Linz in Führung. Matthias Gstrein zog über die Innenstange nicht unglücklich nach. Thorsten Knabel hatte diese Glück nicht, der blaue Stangenschuss warf den Ball aus dem Tor und bot Matthias Perktold die Möglichkeit zur Führung, die dieser nutzte. Mit einem Zitterelfer in die Mitte glich Ernst-Marco Koll für BW Linz aus. Sebastian Siller traf zu präzise für Schlussmann Wimleitner. Nikolov hob seinen Elfmeter ganz locker ins hohe Eck und setzte Petraick Steinkellner unter Druck. Wimleitner hielt den Ball im halbhohen Eck. Ali Hamdemir versenkte den Ball souverän und brachte Linz wieder in Führung. Schlussschütze und Wattens-Topscorer Armin Hobel wollte es mit einem Heber ganz lässig machen, verlud David Wimleitner damit sogar, doch der Ball war so locker geschossen, dass der Torhüter noch einmal aufstehen und den Ball abwehren konnte. Blau Weiß-Linz ist hochverdient 14 Jahre nach der Gründung im Profifußball vertreten. (tsc, derStandard.at, 11.6.2011)