Sanaa/Kairo - Eine Woche nach der Abreise des bei einem Anschlag verletzten jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh hat dessen Stellvertreter Abed Rabbo Mansur Hadi am Montag erstmals Vertreter der politischen Opposition getroffen. Hassan Said, der Generalsekretär der Hak-Partei, bezeichnete die Begegnung in Sanaa anschließend als "fruchtbar". Hadi sei "mit den Oppositionsparteien wie mit Partnern umgegangen, nicht wie mit Feinden, wie das Saleh immer tat", zitierte ihn die Webseite "yemenpost.net".

Die Protestbewegung, die seit Februar auf der Straße den Rücktritt Salehs fordert, lehnt hingegen die Aufnahme von Gesprächen mit Regimevertretern wie Hadi grundsätzlich ab. Das Ködern der politischen Opposition durch das Vorschieben des milder gestimmten Saleh-Stellvertreters sei eine "Strategie, um die Revolution zu töten", meinte Riad Saleh, ein führender Demokratie-Aktivist in Sanaa.

Präsident Saleh war vor zehn Tagen bei der Explosion einer Granate im Areal seines Palastes schwer verletzt worden. Zwei Tage später reiste er ins benachbarte Saudi-Arabien, um sich dort behandeln zu lassen. Zugleich kündigte er seine Rückkehr an, sobald er genesen sei. (APA)