Washington - Die US-Justiz rollt nach einem Magazinbericht die Missbrauchsvorwürfe gegen den Geheimdienst CIA im berüchtigten irakischen Gefangenenlager Abu Ghraib wieder auf. Die Bundesstaatsanwaltschaft beschäftige sich mit der Rolle von CIA-Agenten im Falle eines getöteten Irakers, wie das Nachrichtenmagazin "Time" am Dienstag auf seiner Onlineseite meldete. Der Terrorverdächtige Manadel al-Jamadi war 2003 kurz nach seiner Festnahme in dem Gefängnis erstickt worden.

Die Bilder lachender US-Soldaten, die neben Jamadis Leiche posierten, gingen nach ihrer Veröffentlichung im Jahr 2005 um die Welt. Das Opfer war nach Berichten misshandelt und schließlich mit einem Plastiksack über dem Kopf erstickt worden. Um den Tod des Gefangenen nicht gleich bekanntgeben zu müssen, sei die Leiche zunächst eingefroren worden. Jamadi wurde deswegen auch "Iceman" (Eismann) genannt.

Ein Beamter war nach der Tat vor Gericht gestellt, letztlich aber freigesprochen worden. Nach Informationen von "Time" befasst sich nun ein Ermittlungsausschuss mit möglichen Kriegsverbrechen und Folter. Der federführende Staatsanwalt John Durham hatte 2009 den Auftrag erhalten, die Verhörmethoden der CIA im Anti-Terror-Kampf unter dem früheren Präsidenten George W. Bush zu untersuchen.

Der Mangel an Beweisen erschwert die Ermittlungen jedoch. Nach offiziellen Berichten sei kurz nach der Tat das Blut vom Boden der Zelle entfernt und der Sack, der dem Opfer über den Kopf gestülpt wurde, von einem CIA-Mitarbeiter vernichtet worden. (APA)