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Das private Eigenheim wird in der Errichtungsphase oft nicht ausreichend versichert. Bei Schäden folgen meist hohe Kosten.

Foto: APA/Armin Weigel

Private Häuselbauer vergessen oft auf den ausreichenden Versicherungsschutz während der Errichtungsphase. Richtet ein Unwetter Schäden am Rohbau an oder wird Baumaterial gestohlen, kommen auf sie hohe Kosten zu.

In den vergangenen Wochen konnte man es oft erleben. Tagsüber Sonnenschein, dann trübt sich der Himmel ein, und schon schüttet es aus vollen Wolken, und Hagel prasselt hernieder. Überflutete Keller, Hagelschäden am Auto und verwüstete Landschaften sind die Folgeschäden.

Unwetterschäden sind ein Risiko, das vor allem private Häuselbauer nicht ausreichend berücksichtigen. "Viele Eigenheime, die sich in Errichtung befinden, sind nicht ausreichend versichert", warnt Norbert Griesmayr, Generaldirektor der VAV Versicherungs-AG. Entstehen Schäden am Rohbau, sind diese meist nicht gedeckt. "Ein Schaden von 50.000 bis 70.000 Euro ist schnell passiert. Das reißt oft ein zusätzliches Loch ins Budget, das beim Bauen ohnehin schon angeschlagen ist", sagt Griesmayr zum Standard und rät zum Abschluss einer Bauwesenversicherung.

Wind und Wetter

Eine Bauwesenversicherung deckt Schäden, die den privaten Bauherren selbst betreffen, seien es wetterbedingte Schäden oder Vermögensverluste, die durch Vandalismus oder Diebstahl in der Bauphase entstehen. Mehr als 90 Prozent der Eigenheime werden laut Griesmayr ohne Bauwesenversicherung gebaut.

Viele Häuselbauer wüssten zudem nicht, dass eine reine Rohbauversicherung Sturmschäden nicht inkludiert. Die Rohbaudeckung greift auch erst dann, wenn der Rohbau fertig ist – also Fenster und Türen montiert sind. In der Fachsprache heißt es, dass die "Außenhaut" geschlossen sein muss. Was bis dahin am Bau passiert, ist bei einer Rohbaudeckung nicht im Versicherungspaket enthalten.

Nicht vernachlässigt werden sollte auch die Bauherrenhaftpflichtversicherung – diese springt ein, wenn Nachbars Garten, Gehsteig oder die Straße durch die Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Erfahrung fehlt

Über diese Versicherungen wüssten die Menschen zu wenig Bescheid, sagt Griesmayr. Den Grund macht der Versicherungsexperte darin aus, dass die Erfahrungswerte in diesem Bereich einfach fehlten. Ein Haus baue man schließlich nur einmal im Leben. "Was viele eben nicht wissen, ist, dass eine Haushaltsversicherung die ganze Bauphase nicht inkludiert", sagt Griesmayr.

Auch beim Engagement eines Bauunternehmers rät der Experte dazu, vorab genau zu klären, welche Versicherungen der Profi abgeschlossen hat und ob dadurch die Errichtung des Eigenheims ausreichend versichert ist.

Damit private Eigenheimbauer es künftig leichter haben und die Baustelle samt späterem Rohbau quasi "all inclusive" versichern können, hat die VAV in der "Bau-Kombi" die Bauherrenhaftplicht- und die Bauwesenversicherung kombiniert. Die Kombi-Lösung gilt für die Errichtung von Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die Prämie beträgt für eine Laufzeit von fünf Jahren insgesamt 560 Euro.

Kombinationen bieten auch andere Assekurranzen an. Die Uniqa beispielsweise offeriert im Rahmen der "FlexHome Eigenversicherung" eine prämienfreie Rohbaudeckung inklusive Bauherrenhaftpflichtversicherung. In den Varianten "Optimal" und "Premium" ist auch eine Katastrophenhilfe inkludiert.

Die Helvetia Versicherung setzt auch in diesem Bereich auf einen individuellen Ansatz. Bauherrenhaftpflichtversicherungen werden auf die Kundenanfragen angepasst. Jeder Kunde erhält sein eigenes Angebot – je nach Umfang der Leistungen, die im Einzelfall gebraucht werden. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.6.2011)