Jerusalem - Israel will ausländische Vertreter, die Palästinenserpräsident Yasser Arafat treffen, in Zukunft boykottieren. Ministerpräsident Ariel Sharon habe am Sonntagabend bei einer Kabinettssitzung angekündigt, jeder Diplomat oder ausländische Politiker, der bei einem Besuch in der Region mit Arafat zusammenkomme, werde keinen Gesprächstermin mit israelischen Vertretern erhalten, teilte Sharons Büro am Montag in Jerusalem mit.

Diese Regelung gelte aber nicht für bereits vereinbarte Treffen, darunter eine für Ende Mai geplante Zusammenkunft des französischen Außenministers Dominique de Villepin mit Arafat in Ramallah, berichtete der israelische Staatsrundfunk.

Vergangene Woche hatte sich Sharon geweigert, den EU-Außenbeauftragten Javier Solana zu treffen, weil dieser mit Arafat Gespräche führte. Solana soll jedoch in den kommenden Tagen erneut nach Israel reisen, um dort mit Regierungsvertretern zusammenzukommen.

Israel wirft Arafat vor, für die jüngsten Selbstmordattentate verantwortlich zu sein, bei denen am Wochenende zwölf Menschen ums Leben kamen.

Arafat für EU weiterhin wichtiger Gesprächspartner

Die Europäische Union erklärte, sie betrachte Arafat weiter als wichtigen Gesprächspartner im Nahen Osten. Er sei der gewählte Repräsentant seines Volkes und bleibe dies auch für die EU, erklärte am Montag Kommissionssprecherin Emma Udwin. Der griechische Außenminister Georgios Papandreou war erst in der vergangenen Woche mit Arafat und Sharon zusammengekommen.(APA)