Linz - Nur einen Tag nach der Eröffnung sorgt das neue Linzer Kunstmuseum Lentos für Aufregung abseits der bildenden Kunst. Bei der Linzer Polizei habe man sich bereits durch verstärkten Streifeneinsatz gegen Randalierer und Vandalen gerüstet, hieß es am Montag.

Schon während der Bauphase sei es zu "Schmierereien" auf der Betonfassade gekommen - in der Nacht vor der offiziellen Eröffnung am Sonntag habe es im Bereich der neuen "Kulturmeile" zahlreiche Schlägereien gegeben, erklärte der Linzer VP-Gemeinderat und Polizist Josef Hackl im STANDARD-Gespräch. Die Verantwortlichen in der Geschäftsleitung seien aufgerufen, einen "privaten Wachdienst und eventuell eine 24-Stunden-Videoüberwachung" zu mobilisieren, andernfalls würde "die Unversehrtheit des schönen Gebäudes rasch verschwinden", so Hackl.

Das Gebäude selbst sei einerseits durch eine rund 130 Meter lange Betonmauer sehr "einladend" zum Beispiel für "Sprayer", andererseits würde ein rund 60 Meter langer Unterstand Nachtschwärmer bei Schlechtwetter zu einem Umtrunk "anlocken". Der Bereich der nahe dem Museum gelegenen "Donaulände" ist in den Sommermonaten ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. "Ein Großteil der feucht-fröhlichen Partys dort verläuft friedlich, trotzdem gibt es immer wieder Gruppierungen, die zur Gewalt und Vandalenakten neigen", erklärte man bei der Polizei.

Es sei daher dringend notwendig, den neuen Kunsttempel vor blinder Zerstörungswut zu schützen und als Anlaufstelle für einen ungetrübten Kulturgenuss zu wahren, so Hackl. (mro/(DER STANDARD, Printausgabe, 20.5.2003)