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Foto: REUTERS/Homeland Security Office

Washington - Wegen der Gefahr von Anschlägen haben die USA am Dienstag ihre landesweite Warnstufe auf das zweithöchste Niveau erhöht. "Die Geheimdienste der USA gehen davon aus, dass Terroristen weiter Anschläge auf Ziele in den USA planen", erläuterte ein Sprecher der US-Heimatschutzbehörde. Die Entscheidung sei auf der Basis von Geheimdienstberichten über Pläne von terroristischen Gruppen gefallen, die gegen die USA operierten, hieß es unter Verweis auf die jüngsten Anschlagsserien in Saudiarabien und Marokko. Stunden zuvor hatten die USA und Großbritannien wegen Anschlagsgefahr eine vorübergehende Schließung ihrer Botschaften in Saudiarabien angekündigt. Deutschland schloss einen Teil seiner dortigen diplomatischen Vertretung.

Die Anschlagsgefahr wird von der Heimatschutzbehörde nun als "hoch" eingeschätzt, statt wie bisher als "erhöht". Die neue Warnstufe trägt die Farbe Orange und galt letztmals vor Beginn des Irak-Kriegs vom 17. März an. Sie wurde am 16. April wieder auf "Gelb" zurückgenommen, wo sie normalerweise liegt. Die höchste, rote Stufe bezeichnet ein "ernsthaftes Risiko".

Unter Hinweis auf die jüngsten Selbstmordattentate in Saudiarabien und Marokko hatte die US-Bundespolizei FBI zuvor vor Anschlägen gegen die USA gewarnt. "Jüngste Geheimdienstberichte deuten darauf hin, dass die Anschläge das Vorspiel für ein Attentat gegen die USA sein könnten", hieß es in einer Mitteilung des FBI an die Strafverfolgungsbehörden des Landes. Die Bundespolizei habe aber keinen Hinweis auf einen konkreten Anschlagsplan in den USA.

Die Warnstufe wurde der Heimatschutzbehörde zufolge in Absprache mit US-Präsident George W. Bush erhöht. Behördenchef Tom Ridge warnte davor, dass die Moslem-Extremisten der Gruppe El Kaida zwar nach wie vor die größte Bedrohung für die USA seien. Es sei aber auch mit Anschlägen von anderen anti-amerikanischen Terrorgruppen, regional organisierten Extremisten oder "verärgerten Individuen" zu rechnen. Es liege "keine glaubwürdige, spezielle Information über Ziele oder Art des Anschlags" vor, sagte Ridge weiter. Wie bei den jüngsten Anschlägen in Saudiarabien und Marokko sei jedoch davon auszugehen, dass die Attentäter dabei kleine, leicht bewaffnete Gruppen, schwere Autobomben oder Selbstmordattentäter einsetzten.

Bereits am Montag hatte der saudiarabische Botschafter in den USA, Prinz Bandar bin Sultan, gesagt, er gehe davon aus, dass die Drahtzieher der Anschläge von Riad weitere Aktionen planten. "Ich denke, dass sie darauf abzielen, etwas viel Größeres zu machen." Aus saudiarabischen Regierungskreisen verlautete am Dienstag, im Land hielten sich etwa 50 Islamisten auf, die zu Selbstmordanschlägen bereit seien.

Am Dienstagabend wurde bekannt, dass die saudiarabischen Sicherheitskräfte in der Stadt Jeddah drei mutmaßliche Mitglieder der El Kaida-Organisation des Terrorpaten Osama bin Laden festgenommen haben. Einer der Festgenommenen arbeite mit den Behörden zusammen, hieß es am Dienstag in Sicherheitskreisen in der Hauptstadt Riad. Unklar blieb zunächst, ob die Festnahmen in Zusammenhang mit den jüngsten Anschlägen gegen Ausländerwohnhäuser in der Hauptstadt Riad stehen.

Die USA machen die El Kaida für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich. Die Anschläge in Marokko werden einer kleinen radikal-islamischen Gruppe aus dem Land zur Last gelegt, die ein streng moslemische Herrschaft erreichen will. Bei den Attentaten kamen am Wochenende mehr als 40 Menschen ums Leben. Wenige Tage zuvor waren bei Anschlägen in Riad mehr 34 Menschen getötet worden, darunter acht US-Bürger. (APA/Reuters/AP)