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Setzt sich zur Sanierung der angeschlagenen HypoVereinsbank Frist bis zum Jahresende: HVB-Chef Dieter Rampl.

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München - HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl setzt sich laut einem Zeitungsbericht eine Frist bis zum Jahresende, um die Probleme seiner Bank zu lösen. "Wenn der Umbauplan nicht funktioniert, bin ich dafür verantwortlich", sagte Rampl der "Financial Times Deutschland". Vertraute Rampls sagten dem Blatt zufolge, dies bedeute, er trete zurück, sollte er seine Ziele nicht erreichen.

Analysten: BA-CA-Börsengang entscheidend

Die HypoVereinsbank (HVB), Mutterbank der für Österreich und Osteuropa zuständigen Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), hatte im Jänner ein radikales Umstrukturierungsprogramm angekündigt, um die Kapitalausstattung und Rendite der Bank wieder zu verbessern. Nach Analysten-Einschätzungen steht und fällt das von Rampl angestrebte Ziel - 1,7 Mrd. Euro frisches Kapital in diesem Jahr - mit dem Börsengang der BA-CA, schreibt die "FTD". "Ich halte die Ziele für möglich, wenn die Kapitalerhöhung bei der Bank Austria 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro bringt", wird Konrad Becker, Analyst bei Merck Finck, in dem Bericht zitiert. Einzelheiten des Börsegangs präsentiert die HVB am Donnerstag in Warschau. 25 Prozent der Wiener Banktochter sollen ungefähr eine Mrd. Euro einbringen.

HVB könnte Emission aufstocken

Der Börsengang der BA-CA könnte nach Einschätzung von Finanzkreisen jedoch umfangreicher ausfallen als bisher bekannt. Wie das "Handelsblatt" berichtet, gehen Banker davon aus, dass die HVB bereit ist, weitere 5 Prozent ihrer Wiener Tochterbank - und damit insgesamt fast 30 Prozent - zu veräußern, falls das Interesse an der BA-CA sehr groß sein sollte. Die Münchener würden dann weitere rund 250 Mio. Euro einnehmen und auf dem Weg zur Stärkung ihrer Bilanz einen weiteren Schritt vorankommen.

Verkäufe

In den kommenden Monaten will die Bank auch ihre Immobiliensparte abtrennen und andere Konzernteile verkaufen. Zur Zeit untersuchen HVB-Berater bei JP Morgan Erstangebote für die Tochter Norisbank. Die HVB hofft, für diese Bank etwa 400 Mio. Euro zu bekommen. Zudem könnte die Vereins- und Westbank verkauft werden, ebenso wie der Onlinebroker DAB. (APA)