Belgrad/Den Haag - Ein weiterer einstiger bosnisch-serbischer Offizier hat sich vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien in der Causa Srebrenica für schuldig erklärt. Der einstige Stabchef der bosnisch-serbischen Zvornik-Brigade Dragan Obrenovic hat am Mittwoch vor dem Tribunalssenat seine Verantwortung für die Vertreibung von bosniakischen Srebrenica-Einwohnern im Juli 1995 eingestanden. Die Tribunalsanklage hat im Gegenzug auf Völkermord-Vorwürfe gegen Obrenovic verzichtet, meldeten die Belgrader Medien.

Die Anklage gegen Obrenovic bezieht sich auf drei weitere bosnisch-serbische Offiziere, von welchen sich einer - Momir Nikolic - ebenfalls vor zwei Wochen für schuldig erklärt hatte. Der Prozess gegen zwei weitere Offiziere Vidoje Blagojevic und Dragan Jokic wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit und Völkermordes wird fortgesetzt. In Srebrenica waren im Juli 1995 nach der Eroberung der Bosniaken-Enklave durch die bosnisch-serbischen Truppen rund 7.000 Männer im Alter zwischen 16 und 66 Jahren ermordet worden. (APA)