Nach dem Urlaub will man erzählen wie schön es war, wie gut das Service, wie hervorragend das Hotel - auch dann, wenn es vielleicht garnicht so gewesen ist. Opodo hat bei deutschen Urlaubern nachgefragt, wobei bei den Urlaubserinnerungen geschummelt wird, um die Daheimgebliebenen zu beeindrucken. Und worüber lieber nicht gesprochen wird, wenn es darum geht, vom Urlaub zu erzählen.

So erfahren die Lieben zuhause kaum etwas davon, wenn im Urlaub die Fetzen fliegen und die Beziehung in eine Krise schlittert. Über ein Viertel würde niemals erzählen, dass es statt romantischem Dinner am Strand getrennte Betten und Strandabschnitte gab.

Dafür prahlen Männer gerne mit heißen Urlaubsflirts und Affären, die allerdings in vielen Fällen nur in ihrer Fantasie stattgefunden haben. Zehn Prozent der männlichen Befragten gaben in der Umfrage zu, gerne nach der Rückkehr von ihren erotischen Abenteuern zu erzählen.

Man spricht auch nicht über enttäuschende Schmuddelhotels, vor allem Frauen wollen sich nicht die Blöße geben und berichten, dass die Unterkunft eigentlich zum Weinen war. Männer sind da nicht ganz so verschämt und geben freimütiger Details über schlechtes Service oder verdreckte Zimmer bekannt. Zehn Prozent der Frauen hingegen reden sich und ihren ZuhörerInnen selbst noch die schlimmste Bruchbude schön.

Darüber, dass man, anstatt aktiv und neugierig die Umgebung zu erkunden, zwei Wochen nur am Strand gefaulenzt hat, wird auch lieber geschwiegen. Knapp ein Drittel aller Befragten gibt zu, gerne von sportlichen Aktivitäten zu berichten, die sie in Wirklichkeit höchstens von der Poolliege aus beobachtet haben. Auch hier sind es eher die Frauen, die einen Pilateskurs oder einen Wanderausflug dazu imaginieren, um mit ihrem Elan zu beeindrucken.

Gestresste Anreise, Wartezeiten, schlechte Sitzplätze oder überfüllte Wartehallen werden ebenfalls großzügig hingenommen, wenn es darum geht, von der grandiosen Anreise, dem entspannten Flug und dem vorzüglichen Essen an Bord schwärmen.

Und das Praktische daran ist, dass die Flunkereien nur selten erkannt oder aufgedeckt werden. Wer möchte sich auch von einer Urlaubserinnerung inspirieren lassen die mit einer zwangsweisen Übernachtung am Airport begann und mit einer Beinahe-Scheidung endete. (ham/derStandard.at/17.06.2011)