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Austroafrikanische NGOs halten ein Denkmal für schwarze Opfer in Mauthausen für angebracht.

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Wien - Rund 70 Gefangene im nationalsozialistischen Konzentrationslager Mauthausen waren Schwarze: "Sie wurden inhaftiert, weil sie - etwa als Jazzmusiker - in Österreich lebten, weil sie als Afrikaner im spanischen Bürgerkrieg für die Republikaner gekämpft hatten, festgenommen und ans deutsche Reich ausgeliefert wurden - und auch Kriegsgefangene aus der französischen Kolonialarmee waren dabei", zählt der Historiker Walter Sauer auf.

Ihnen sowie der bisher völlig unerforschten Gruppe schwarzer Naziopfer in anderen "ostmärkischen" Lagern zur Erinnerung fordern austroafrikanische NGOs ein Denkmal. Die derzeit vorbereitete Neugestaltung der Mauthausener Gedenkstätte sei dazu der richtige Anlass, meint Beatrice Achaleke vom International Center for Black Women's Perspectives, Afra.

"Kammerdiener und Hofnarr"

Zuständig für die Planungen ist das Innenministerium - wo man der Denkmalidee aufgeschlossen gegenübersteht: "Das wäre überhaupt kein Problem", sagt Ministeriumssprecher Rudolf Gollia, "Das ist höchst erfreulich", reagiert Sauer - während Achaleke die "Gründung eines kleinen Komitees, um das Projekt zu konkretisieren" ankündigt.

Wichtig, so Sauer, wäre jedoch auch die vertiefende historische Bearbeitung des Themas, etwa des spezifischen Umgangs der Nazis mit Schwarzen: "Ein Mauthausener KZ-Kommandant zwang einen schwarzen Mann, sein Kammerdiener und Hofnarr zu sein." (Irene Brickner, DER STANDARD, 18./19.6.2011)