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Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle: "Hohe gesellschaftliche Akzeptanz für Wissenschaft und Forschung absolut vorbildhaft."

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"Wow!" entfuhr es dem Vizepräsidenten der Tel Aviv University (TAU), Ehud Gazit, nachdem er am Sonntagvormittag aus dem Mund von Österreichs Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle die Eigenheiten des österreichischen Uni-Zugangs erfahren hatte. Ungläubiges Staunen und Stirnrunzeln auch bei sechs weiteren Uni-Professoren der größten Universität Israels (29.000 Studierende, davon 14.000 Postgraduates, 1000 Professoren, 2000 Euro Studiengebühren im Jahr und Aufnahmeverfahren für alle).

Sie konnten es beinahe nicht fassen, dass die Unis in Österreich mit ein paar Ausnahmen wie etwa in Medizin so gut wie alle Studenten "nehmen müssen, ohne die Möglichkeit, sie auszuwählen", wie ihnen der Gast aus Österreich das "wirklich große Problem" geschildert hatte.

Mit dem Stolz der TAU über tolle Ranking-Plätze wie Rang elf bei den Zitierungen von Wissenschaftern der Tel Aviv University konnte der Wissenschaftsminister bei seiner ersten bilateralen Reise nicht konkurrieren.

Dem Präsidenten der TAU, Joseph Klafter, drängte sich da doch eine vorsichtige Frage nach Kapazitäten und ihren Grenzen auf. "They all get in", alle kommen rein, klärte Töchterle auf - und äußerte den Verdacht, dass Österreich damit weltweit eine ziemlich einzigartige Position haben dürfte.

Dem israelischen Uni-Präsidenten blieb da nur noch, einen Hoffnungsanker zu deponieren: "Ich schätze, das kann geändert werden."

Minister Töchterle, unter anderen begleitet von den Präsidenten der Akademie der Wissenschaften (Helmut Denk), des Exzellenzforschungsinstituts IST Austria in Klosterneuburg (Thomas Henzinger) und der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (Ariel Muzicant) sowie der designierten Rektorin der TU Wien, Sabine Seidler, meinte über das Gastland, dass Israel mit seinem "starken Bekenntnis zur Grundlagenforschung und der hohen gesellschaftlichen Akzeptanz für Wissenschaft und Forschung absolut vorbildhaft" sei.

Ein international herausragender Leuchtturm in der Grundlagenforschung - das "Weizmann Institute of Science", ein Vorbild für das IST Austria - war da Pflicht im Rahmen des Programms, das heute, Montag, mit einem Besuch an der Hebrew University in Jerusalem, Gesprächen mit den israelischen Ministern für Wissenschaft und Bildung sowie einem Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem beendet wird. (Lisa Nimmervoll aus Tel Aviv, STANDARD-Printausgabe, 20.6.2011)