Wien - Nur wenige Stunden nach der Unabhängigkeitserklärung am 25. Juni 1991 spielte sich an der slowenischen Grenze zur Steiermark und zu Kärnten Dramatisches ab: Ein Luftangriff beim Grenzübergang Spielfeld, der zerschossene Kirchturm von Gornja Radgona (Oberradkersburg) und Gefechte am Grenzübergang Bleiburg versetzten Österreich in Schrecken. Verteidigungsminister Werner Fasslabend ordnete einen Sicherungseinsatz an, insgesamt wurden 7500 Soldaten in die Region verlegt.

Um einen "Eskalierungsschritt" zu vermeiden, setzte die Regierung bewusst Präsenzdiener ein - eine Bewährungsprobe für das Bundesheer, während die rot-schwarze Koalition ein halbes Jahr lang über die Anerkennung Sloweniens und Kroatiens stritt. Sie erfolgte am 15. Jänner 1992. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 21.6.2011)