New York - Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, ist für eine zweite Amtszeit an der Spitze der Vereinten Nationen gewählt und vereidigt worden. Die UN-Vollversammlung stimmte am Dienstagabend in New York per Akklamation für eine weitere fünfjährige Amtsperiode des südkoreanischen Spitzendiplomaten. Bans zweite Amtszeit beginnt am 1. Jänner 2012 und läuft bis Ende 2016.

Ban habe in den vergangenen viereinhalb Jahren seine Energie in die Förderung von Frieden, Gerechtigkeit und internationaler Sicherheit investiert. "Er war an allen Fronten in Afrika, Asien, Europa und Amerika, um dort zu vermitteln und Frieden zu fördern", sagte Gabuns UN-Botschafter und amtierender Präsident des Sicherheitsrats, Nelson Messone, kurz vor der Akklamation.

"Die Aufgabe ist keine einfache, aber ich kann Ihnen die volle Unterstützung der Vollversammlung zusichern", sagte der Schweizer UN-Botschafter und Präsident der Vollversammlung, Joseph Deiss, nach langem Applaus für den wiedergewählten Generalsekretär. Er hob besonders den Einsatz des UN-Chefs beim Thema Klimawandel hervor.

Seit 2007 im Amt

Der 67 Jahre alte Südkoreaner leitete seit 1. Januar 2007 als Nachfolger des Ghanaers Kofi Annan die internationale Organisation. Er machte sich seitdem für Maßnahmen gegen die globale Erwärmung stark, setzte sich für die Leidtragenden von Naturkatastrophen, darunter in Haiti und Pakistan ein und begann mit der Reform des mächtigen UN-Apparates. Unter ihm rückten zunehmend auch Frauen in die Spitzenposten der UN.

Menschenrechtler hielten Ban vor, sich vor allem mit Blick auf den Umgang Chinas mit Dissidenten zu stark zurückgehalten zu haben. Bei den Umstürzen in der arabischen Welt prangerte er zuletzt aber Menschenrechtsverletzungen entschieden an.

Bans Wiederwahl galt als sicher, da sich keine Gegenkandidaten aufgestellt hatten. Bereits vorige Woche hatte sich der UN-Sicherheitsrat für eine Wiederwahl Bans ausgesprochen und eine entsprechende "Empfehlung" in Form einer Resolution an die UN-Vollversammlung übermittelt.

Nach den Satzungen der UN-Charta ist die Vollversammlung mit ihren 192 UN-Mitgliedsstaaten das Organ, das endgültig den UN-Generalsekretär bestimmt. Das Votum erfolgte nicht durch Abgabe von Ja- und Nein-Stimmen, sondern per Akklamation. Wer eine zweite Amtszeit Bans nicht befürwortete, enthielt sich der Zustimmung. (APA)