New York/Auckland/Wien - Die Vereinten Nationen begingen am Donnerstag zum vierten Mal den Internationalen Tag der Artenvielfalt. UN-Generalsekretär Kofi Annan rief aus diesem Anlass zum Schutz von Tieren und Pflanzen auf. Die Artenvielfalt spiele eine bedeutende Rolle bei nachhaltiger Entwicklung und der Bekämpfung von Armut, betonte er in einer in New York veröffentlichten Erklärung.

Der Schutz der biologischen Vielfalt sei nicht nur eine Aufgabe von Regierungen, sondern auch internationaler Organisationen, der Privatwirtschaft und jedes einzelnen Menschen. Wenn der Verlust biologischer Ressourcen nicht gestoppt werde, seien die Entwicklungsziele des Millenniumsgipfels bis 2015 in Gefahr, warnte der UN-Generalsekretär.

Ganz besonderen zusätzlichen Schutz braucht offenbar Neuseelands Wappentier, der flugunfähige Kiwi. Der Bestand der stark vom Aussterben bedrohten Vogelart halbiert sich Statistiken zufolge alle zehn Jahre. Schuld daran sind nach Darstellung von Tierschützern verantwortungslose Hundebesitzer, die ihre Haustiere in den Kiwi-Gebieten jagen lassen. (AFP)

Hintergrund

Der internationale Tag der biologischen Vielfalt ist ein völkerrechtlich verbindliches internationales Abkommen, das den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität global und umfassend behandelt, die Convention on biological diversity (CBD) wurde am 5. Juni 1992 in Rio de Janeiro zur Unterzeichnung aufgelegt.

Biodiversität - die Eigenschaft anders zu sein - ist für ein biologisches System wichtig. Damit wird ganz allgemein die Vielfalt des Lebens bezeichnet, sie ist eine Funktion von Raum und Zeit, erklärte die Leiterin der Naturschutzabteilung im Umweltbundesamt, Maria Tiefenbach.

Rücksichtsvolles Verhalten

Rücksichtsvolles Verhalten in der Natur und im Umgang mit der Natur sind die wichtigsten Schritte zum Erhalt der Artenvielfalt, so die Experten. Gartenbesitzer etwa können durch eine bunte Blumenwiese Lebensraum für viele Pflanzen, Schmetterlinge, Heuschrecken und Igel schaffen. Auch der Kauf ökologisch produzierter Lebensmittel und Güter sei ein wichtiger Beitrag.

Einige Arten wurden durch Übernutzung bereits ausgerottet oder sind vom Aussterben bedroht. Viele Formen gehen durch Lebensraumverlust unter. In Österreich steht die Hälfte der Säugetierarten auf der Roten Liste, vierzig Prozent der wild wachsenden Pflanzenarten sind in ihrem Bestand gefährdet. "In einem Trockenrasengebiet können beispielsweise bis zu vierhundert verschiedene Pflanzenarten wachsen", so Tiefenbach.

Strategie zur Umsetzung

Für eine koordinierte Vorgangsweise wurde laut dem Umweltbundesamt 1998 eine österreichweite Strategie zur Umsetzung des internationalen Übereinkommens über die biologische Vielfalt erarbeitet. Ziele sind die Stärkung des Bewusstseins und eine Vertiefung des Wissens über Notwendigkeit und Vorteile der biologischen Vielfalt. Das Umweltbundesamt hat die Koordination übernommen. (APA/Print/red)